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Geschichte der Mazdaznan-Bewegung in der Schweiz

Wann und durch wen das Mazdaznan-Gedankengut in die Schweiz kam kann heute nicht mehr festgestellt werden. Sicher ist, dass Dr. Otoman Zar-Adusht Hanish, der Elektor der modernen Mazdaznan-Bewegung, im September 1911 auch in die Schweiz kam, wo er einen Ehesegen, den Kindersegen sowie die Verleihung der Schnur an einige Freunde gab sowie zwei öffentliche Vorträge hielt.

Im September 1913 fand ein Schweizer Mazdaznan-Kongress in Zürich statt, bei dem die Weihe einer Friedensfahne durch David Ammann vollzogen wurde. Dies sollte die Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich vereinen.
Im Juli 1914 fand wiederum ein Kongress in Zürich statt, bei welchem von David Ammann die Ehe zwischen seiner Tochter Hedwig Ammann und Dr. Otto Rauth eingesegnet wurde. Ferner hielten Dr. med. Nikolaus Müller und Dr. med. Heinrich Oberdörffer öffentliche Vorträge.
Nach der Gründung und späteren Auflösung der Aryana Herrliberg ging die Arbeit in der Schweiz in vielfältiger Weise weiter. Einige Namen seien in diesem Zusammenhang besonders erwähnt: Frau Anna Martens, die in Trogen von 1925 bis 1947 in ihrem Kurhaus nach Mazdaznan arbeitete und den biologischen Gartenbau praktizierte und propagierte. Das Ehepaar Waldburger, das von 1960 bis 1986 in Herisau ein Mazdaznan-Lehrheim führte. Rege Gruppen arbeiteten in Neuchâtel (Pierre Mathey, der auch in La Chaux-de-Fonds, Lausanne und Biel aktiv war), in Genf (Anne Martin, die auch Mazdaznan-Treffen in Monricher organisierte). Daneben sei auch Fräulein Lerch in Huemoz erwähnt, in deren vegetarischer Pension sich auch viele Mazdaznan-Freunde aus England und Deutschland einfanden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, der auch in der Schweiz eine Unterbrechung der öffentlichen Tätigkeit bedeutete, wurden die alten Verbindungen unter den Mazdaznan-Freunden wieder aufgenommen. 1947 und 1949 fanden in Weesen am Walensee Jugendwochen statt (organisiert von Silviano Blume), mit Teilnehmern auch aus England, Holland, Frankreich und Deutschland. Lehrer wie Dr. Jessie Anthony, Dr. Nikolaus Müller, Pierre Martin u.a. trugen zur Unterweisung der Jugend bei und entfachten Begeisterung.
Im August 1950 folgte der erste Internationale Mazdaznan-Kongress nach dem 2. Weltkrieg im Kongresshaus Zürich, organisiert und geleitet von Othmar und Lucilla Böhm. Vom 29. bis 31. Juli 1955 war Zürich (unter der Leitung des Ehepaars Lydia und Theodor Bansi-Ammann) Veranstalter einer gut besuchten Schweizer Gahanbar. Am 31. Juli 1955 fand bei dieser Veranstaltung auch eine Gedenkstunde für Mutter Frieda Ammann statt, die tags zuvor verstorben war. An diesen Tag, der durch ein Konzert von Julian von Karolyi gekrönt wurde, schloss sich eine Rundreise Henry Sorges bis zum 11. August 1955 zum Besuch der verschiedenen Mazdaznan-Gruppen in der Schweiz an.
Nachfolger von Herrn und Frau Bansi in Zürich waren Oskar Benz, Frau Berta Buchmüller, Heini Schneider, Tello Sandoz, Jean Kummer und Heinz Kihm. Letzterer hat über Jahre hinweg eine rege Behandlungs- und Lehrtätigkeit im Sinne Mazdaznans ausgeübt.
In den vergangenen Jahren ging jedoch die Zahl der aktiv in Mazdaznan Tätigen stets zurück. Heute existieren Gruppen in Zürich, Bern, Biel und Genf sowie als Überbau die Mazdaznan-Bewegung der Schweiz, die seit dem Tode des langjährigen Leiters Pierre Matthey von dessen Nichte Jaqueline Streller geleitet wird. Es finden (von Jaqueline Streller organisiert), jährlich mehrmals Wochenend-Seminare und mehrtägige Jahrestreffen mit Referenten auch aus Deutschland, Frankreich, Holland und der Schweiz statt, die seit einiger Zeit auch wieder jüngere Interessentinnen und Interessenten anziehen.
Text verfasst von: Anitha Schneider (Lugano)
Quelle: Jubiläums-Festschrift "1907-2007: 100 Jahre MAZDAZNAN in Europa
(Textausschnitt)

Zuletzt aktualisiert am: 7. Juli 2017 / MT

Zitat aus der Literatur

Das Gebet muss ein Mittel sein, um den Menschen von Ungewissheiten zu entlasten und ihm Vertrauen in den Erfolg seines Strebens und Trachtens zu geben und nicht eine Petition, die um Gnade bittet, um von Arbeit, die Anstrengung erheischt, verschont zu bleiben.
O.Z.A. Hanish