Gesichtssinn

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Bei allen unseren Übungen halten wir uns aber gegenwärtig, daß sie nicht mit den Übungen der sogenannten Gymnastik verglichen werden können. Wenn diese Gymnastik auch manche Einzelheiten aus dem Mazdaznan-System entlehnt hat, so läßt sie doch die wichtigsten Punkte unberücksichtigt, nämlich die Konzentration und die Lenkung der Gedankenkraft mit Hilfe der jeweiligen Stellung und des Atems. Man muß atmen und sich auf den Atem konzentrieren, um der Gedankenkraft eine feste Richtung zu geben.

Gymnastik hat nicht den erhofften Wert, wenn wir bei den verschiedenen Bewegungen und Stellungen nicht auf die richtige Atmung achten. Sie mag, wenn auch auf Kosten der Nerven, gewisse Muskeln entwickeln. Aber selbst um die Muskelentwicklung zu erreichen, müssen die gymnastischen Übungen immer fortgesetzt werden, sonst fallen die Muskeln in ihren früheren Zustand zurück.

Wird aber gleichzeitig die richtige Atmung befolgt, dann kreist das Blut richtig und die Nerven versorgen die Muskeln mit Kraft und halten sie gleichzeitig in der richtigen Lage, so daß wir alle Bewegungen oder Arbeiten mit Leichtigkeit vollziehen können. Der Athlet leidet trotz seiner starken Muskelentwicklung immer an organischen Störungen und ist weder ein Beispiel für Ausdauer noch für Klugheit. Für schwere Lasten und Leistungen kommt es nicht allein auf die Muskelkraft, sondern auch auf die Ausdauer und die Lebenskraft an, die die Nerven durch den Atem auf die Muskeln übertragen.

Gymnastik hat also in gewissem Sinne ihre Berechtigung und es wäre sogar wünschenswert, daß jedermann seine ungeübten Muskeln täglich für einige Stunden mit nützlicher Arbeit übte, selbst wenn er nur Holz spaltete oder an einem Holzbock sägte. Dann würde unter den Unglücklichen, die mit Reichtum überladen sind, Krankheit unbekannt sein. Auch die üblichen Turnübungen sind gut für Leute, die durch ihre Beschäftigungen ans Zimmer gefesselt sind und keine Gelegenheit haben, sich Bewegung zu machen. Ebenso ist es ja gut, sich von fremden Händen massieren zu lassen, solange man nicht imstande oder nicht willens ist, sich selbst in die Hand zu nehmen, selbst wenn solche Massage nur vorübergehende Wirkung haben kann.

Unser Ziel muß aber höher liegen und deshalb werden uns die Mazdaznan-Übungen angeboten. Wer sie befolgt in dem Geiste, in dem sie gegeben worden sind, dem werden sich wundervolle Dinge offenbaren, die selbst die Weisen in Erstaunen setzen werden, von denen die Schrift sagt, daß sie zu Narren werden sollen infolge ihres begrenzten Denkens, während die, die mit dem Zeitgeist vorwärts schreiten, von einer Klarheit in die andere treten, weil sie mit jedem Schritt neue Fähigkeiten entwickeln und sich ihrer bewußt werden, da sie sich entschlossen haben, ihrer inneren Stimme zu folgen, durch die sich ihnen ihr innerstes Wesen offenbart.