1. Rhythmische Atem-Übung - 2

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Je klarer wir einen Gegenstand erfassen wollen, um so bestimmter müssen wir ihn betrachten, dürfen also um so weniger die Augen daran hin- und herschweifen lassen. Deshalb sollten wir uns immer eines bestimmten Punktes bewußt werden, damit uns von ihm aus alles offenbar werde, was uns durch Konzentrierung der Augenvibrationen nur werden kann.

Durch das konzentrierte Sehen erfolgt dann nicht nur ein materieller Eindruck auf das Gehirn, der oberflächlicher Art ist und daher leicht verschwindet, sondern auch ein geistiger Eindruck von Intelligenz zu Intelligenz, wodurch das Klarsehen und die Wiedererinnerung geweckt und gestärkt werden. Daher sagt schon die Schrift: "Wer Augen hat zu sehen, der sehe, wer Ohren hat zu hören, der höre das, was der Geist, die ewigwirkende Intelligenz, die Gottheit, ihm offenbart." Das hat dann seine Richtigkeit und ist nach allen Seiten und auf allen Gebieten erweiterungsfähig.

Schließlich wollen wir durch die Konzentrierung des Augenlichtes nicht nur die Gegenstände in unserer Umgebung besser erkennen, sondern lernen, mit Hilfe der Verbildlichungsgabe den abstrakten Gedanken so anschaulich zu gestalten oder zu formen, daß wir ihn mit Hilfe des intellektuellen oder Stirnhirnes verwirklichen können. Je mehr wir verstehen, die Schwingungen oder Ausstrahlungen unseres innersten Wesens und des Gehirnes zu lenken, um so rascher geht unsere Entwicklung vorwärts und um so weniger nutzlose Umwege machen wir. Dagegen halten wir die Entwicklung unseres Denkenswesens zurück, wenn wir Einbildungen oder Phantomen nachjagen, und es nimmt oftmals sogar viele Jahre, bis wir das, was sich durch Einbildung auf unser Gehirn eingeprägt hat, wieder loswerden.

Wir sollten aber alles daran setzen, daß unsere Entwicklung schneller vorwärts geht. Denn die Zeit ist kostbar und das Leben in diesem Körper kurz, selbst wenn es jemand auf 475 Jahre bringt. So alt sollen nämlich nach uralten Verheißungen die werden können, die in dem gegenwärtigen Zeitenzyklus leben, der der kürzeste von allen ist, weil sich die Entwicklung in ihm mit großer Geschwindigkeit vollzieht. Es heißt, er sei "der Tag des Gerichtes", und hätte nicht die Barmherzigkeit des Einen, der in allen Dingen verborgen ist, die Tage dieses Zyklus verkürzt, so würde die offenbarte Schöpfung zu bestehen aufhören.

Sollten an dem festgesetzten Punkte irgendwelche Erscheinungen auftreten, so schenken wir ihnen keine Beachtung, weil es sich nur um Reflexe gewisser Gehirnvibrationen handelt, die in der Gehirnzelle der Phantasie oder Einbildung zu einer Art Schattenbildern werden. Solange wir die Augenvibrationen noch nicht vollständig kontrollieren, können sich auf ihren Wellen gewisse Vorkommnisse oder Vorstellungen reflektiv im Gehirn bemerkbar machen. Die spirituell angehauchten halten solche Erscheinungen oft sogar für einen Beweis ihrer geistigen Entwicklung. Achten wir nicht darauf, so erstarkt unsere Sehkraft durch die Übungen von Tag zu Tag mehr, solche Erscheinungen verschwinden und wir sehen nur noch den festgesetzten Punkt.