Der rechte Weg - Der rechte Weg 2

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Schon wenn wir unsern Körper in eine Verfassung bringen, daß er die Nahrungsstoffe, die ihm dargeboten werden, vollständig verarbeiten und das Unbrauchbare davon restlos ausscheiden kann, wird sich unser ganzes Wesen so erweitern, entfalten, aufblühen und Früchte reifen lassen, die so vollkommen in Form, Farbe und Duft sind, daß sie die Vollkommenheit unseres Inneren widerspiegeln. Daß für dieses Heranreifen auch die Dynamik oder Lungentätigkeit geübt werden muß, ist uns durch das Studium der Atemkunde und die Durchführung der Atemübungen schon bewußt geworden, und wir haben auch begriffen, daß wir die Antriebskraft, den Atem, kontrollieren, lenken und leiten müssen, wenn wir den Körper-Mechanismus im Gange halten wollen.

Aber von der Ernährung und Atmung abgesehen, muß sich der Körper in sich selbst aufrechterhalten und sogar verbessern, wenn wir ihn zu höheren Leistungen benutzen wollen. Diese innere Aus- und Aufbau-Arbeit leisten die Lebenssäfte oder Sekretionen der Geschlechtsdrüsen, wenn sie bewußt geleitet und verwendet werden. Die inneren Sekretionen enthalten die schöpferische Substanz für den Aufbau und die Erhaltung des Aufgebauten und die äußeren Sekretionen, die eine Verfeinerung der schöpferischen Substanz darstellen, enthalten die verewigende Substanz für die Verbesserung und Verfeinerung des Aufgebauten.

Deshalb ist es möglich, daß die Geschlechtsdrüsen durch die inneren Sekretionen zwar schöpferische Substanz an den Körperhaushalt liefern, aber nicht imstande sind, aus der schöpferischen Substanz die verewigende Substanz herzustellen. Solange die Geschlechtsdrüsen noch keine verewigende Substanz oder keine mehr in den Körperhaushalt liefern, mögen wir uns vermittels der schöpferischen Substanz wohl gerade in dem vorhandenen körperlichen Zustande aufrechterhalten und sogar erweitern, selbst über das natürliche Maß hinaus, dürfen aber nicht erwarten, uns zu verbessern, zu verfeinern, zu vergeistigen heranzureifen oder Früchte des Geistes zu tragen. Dann machen wir nur von unsern vererbten Gaben und Fähigkeiten Gebrauch, wie es das Tier auch schon tut, werden uns aber unserer größeren Möglichkeiten und Fähigkeiten nicht gewahr, sehen den Weg vor uns nicht klar, haben kein Ziel vor Augen, erwarten auch nichts weiter vom Leben und wissen nicht, wofür wir eigentlich leben.

In Wirklichkeit befinden sich die meisten Menschen in diesem Zustand. Sie wachsen und entwickeln sich nur körperlich, wiederholen nur das, was sich in ihr Gedächtnis eingeprägt hat, und bewegen sich nicht weiter, als ihnen der Weg gezeigt und geebnet wird. Sobald sie einen Schritt aus dem gewohnten Gleise tun, fühlen sie sich verloren, sind unentschlossen und geraten in Angst und Sorge. Dabei mögen sie körperlich gut daran sein, weil sich die schöpferische Substanz bei einer natürlichen Ernährungsweise automatisch ergänzt und den körperlichen Mechanismus im Gange hält.

Entspricht die Ernährungsweise den Naturgesetzen nicht, dann werden die für den Körper unbrauchbaren Abfälle nicht vollständig ausgeschieden, gehen insoweit in faulige Gärung über, die eine fieberische Überhitzung verursacht, und können einen so starken Reiz auf das sympathische Nervensystem ausüben, daß die Geschlechtsdrüsen keine Zeit und Gelegenheit erhalten, einen Teil der inneren Sekretionen in äußere Sekretionen mit verewigender Substanz zu verwandeln. Wird die fieberische Überhitzung durch die unnatürliche Ernährungsweise zu einem Dauerzustand, so führt das zu einer Stauung der inneren Sekretionen mit schöpferischer Substanz und zu Spannungs- und Reizzuständen in den Geschlechtsorganen, schließlich bis zu dem Grade, daß sie sich keinen anderen Ausweg wissen, als sich des Übermaßes an schöpferischer Substanz gewaltsam zu entledigen, woraus sich beim Manne Samenverluste und bei der Frau unnormaler Regelablauf ergeben, ohne daß aber dadurch die Ursache behoben wird, die in der Überhitzung des Organismus durch die falsche Ernährungsweise liegt.