Der rechte Weg - Der rechte Weg 4

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Auf diese Weise werden wir sogar angespornt, neben dem selbständigen und erhaltenden Denken das aufbauende Denken zu entwickeln und zu lernen, alles in unserer Umgebung Befindliche zur Entfaltung des in uns Enthaltenen zu benutzen. Die Umgebung bietet uns alles an, was hierzu nur irgendwie nötig ist, und zwar zeitlich und räumlich unbeschränkt und in einer Unerschöpflichkeit, daß jeder das Seine nehmen kann, ohne dadurch einen anderen zu beeinträchtigen. Wir brauchen dazu nur die in uns ruhenden ewigen Kräfte in entsprechende Verbindung mit dem in unserer Umgebung Befindlichen zu bringen, also unser Denken von der Selbst-Erkenntnis zur All-Erkenntnis zu erweitern.

Dann weicht auch alle Furcht vor Armut und die Armut selbst, alle Angst vor Krankheit und die Krankheit selbst. Im Zustand der Wiedergeburt werden die Menschen also von selbst davon abkommen, aus Furcht vor Armut Sozialpolitik und aus Angst vor Krankheit Wohlfahrtspflege zu treiben; denn das heißt die Armut und die Krankheit hätscheln, anstatt sie als nicht zum menschlichen Wesen gehörig grundsätzlich zurückzuweisen, weil der Mensch im Grunde seines Wesens ein geistiges oder göttliches Wesen ist.

Schreiten wir weiter auf dem Wege der Wiedergeburt, so entwickeln sich nach dem aufbauenden Denken und der All-Erkenntnis schließlich das göttliche Denken und die Gott-Erkenntnis und gleichzeitig unsere Gaben und Fähigkeiten von innen heraus, so daß sich unsere Individualität voll und frei offenbaren kann und unser Denkenswesen sich nach dem Reiche Gottes und dessen Eigentume streckt.Damit fällt uns dann alles andere unbegrenzt und unbeschränkt von selbst zu. Richtet sich aber unser Sinnen und Trachten nur auf irdischen Besitz, der kaum ein Stäubchen von der Fülle der Unendlichkeit ist, so begrenzen wir uns und der Segen des Ganzen entgeht uns.

Sind wir erst einmal in den Zustand der Wiedergeburt getreten, dann erkennen wir darin ein einheitliches Prinzip, das nur durch die verschiedenen Entwicklungsrichtungen unterschiedlich erscheint, die lediglich die parallellaufenden oder verwandtschaftlichen Beziehungen des einen Entwicklungsprinzipes darstellen. Es macht infolgedessen nichts aus, ob ich meine neu hervortretenden Gaben und Fähigkeiten anbringe, um noch nie gesehene Kartoffelernten zu erzielen oder noch nie dagewesene Blumengattungen, Obst- und Gemüsearten oder Edelzüchtungen von Tieren aller Art. Der Erfolg in Gestalt von schöpferischen Leistungen wird mir in jedem Falle, wenn ich im Bereiche der Naturgesetze verbleibe und nicht auf den Irrweg der Selbstsucht gerate. Ich muß erkennen, was die Natur will und wie sie arbeitet, und dann kann ich das Fehlende ergänzen und das Zuviel abnehmen, so daß etwas Neues geschaffen wird oder Gestalt annimmt.

Das gleiche gilt auch für die menschliche Natur, deren Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird, wenn hier etwas fehlt und dort etwas zuviel ist. Das richtige Maß und Verhältnis zu erkennen, hilft mir die Wiedergeburtskunde, wenn ich sie ohne Vorurteile studiere und die mich berührenden Ratschläge durchführe. Der Erfolg ist mir dann sicher. Wer aber die Wiedergeburtskunde nur oberflächlich liest, ohne sich in ihren Sinn und Zweck zu vertiefen, und nur einen schwachen und ziellosen Versuch hinsichtlich einer Nebensächlichkeit macht, darf sich nicht wundern, wenn er keinen Erfolg hat. Die Ratschläge der Wiedergeburtskunde zu befolgen, muß uns nicht nur notwendig erscheinen, sondern selbstverständlich werden. Dann werden wir erkennen, daß hinter jedem Satz die Wahrheit steht.

Mit Theorien, Ideologien und Weltanschauungen ist uns heute nicht mehr gedient. Denn wir haben erkannt, daß sie dem Menschen nur geistige Unselbständigkeit eintragen, ihm im täglichen Leben nicht von Nutzen sind, sondern infolge ihrer Einseitigkeit nur körperliche Schwächen oder Störungen verursachen, die dem Menschen den Lebensmut nehmen und ihn sogar oft der Verzweiflung nahebringen.

Deshalb ist auch der erste Meilenstein am Wege zur Wiedergeburt die körperliche Gesundheit, damit wir unsere Alltagspflichten in der Gegenwart erfüllen können. Die Gesundheit baut sich auf der Reinheit des Körpersund des Denkens auf. Körperpflege zur Reinigung und Reinhaltung des Körpers ist uns also zwar selbstverständlich, wird uns aber nicht zum Selbstzweck, mit dem wir unsere Zeit vertändeln. Reinheit ist das Ziel unserer Körperpflege, aber nicht nur die Reinheit des Körpers, sondern auch die Reinheit des Denkens. Damit entfällt von vornherein die falsche Vorstellung, als sei die Wiedergeburtskunde für neugierige oder lüsterne Müßiggänger geschrieben.