Gesundheit - 2

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Daher begannen auch alle Religions- und Philosophie-Systeme der Alten mit Anweisungen für die Gesundheit des Körpers oder die „Erlösung von Übeln“ oder von dem „Fluch, den sich der Mensch anzog wie sein Hemd“, wie die biblische Ausdrucksweise ist. Sie wiesen die Menschen darauf hin, daß sie ihr Sinnen und Trachten auf Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse richten müßten, anstatt zu jammern und zu klagen, und belehrten sie zugleich, wie sie ihr Denkenswesen zur Verwirklichung dieses Zieles zu erziehen haben.

Zarathustra legte großes Gewicht auf gutes Denken, gutes Reden und gutes Handeln und damit niemand im Zweifel über die Voraussetzungen hierzu sei, erklärte er die Gesetze der Heilung, Heiligung oder Reinigung des Körpers genau, wobei er sogar die täglichen Anstandsregeln hervorhob, die aus Rücksicht auf die Individualität jedes Menschen beobachtet werden müssen. Zarathustra hat es den Menschen klar zu machen versucht, daß Gesundheit und richtiges Denken die Grundpfeiler für einen und alle sind, worauf sich die Erlösung der Menschheit und der Erde aufbaut, und daß der Mensch auf Erden hieran mitzuarbeiten hat, damit die noch gebundenen Kräfte der Erde für höhere Zwecke frei werden zum größeren Ruhme des Herrn Gott Mazda.

Moses sah sich bei seinen Bemühungen, dem Volke Israel die rechte Lebensweise zu lehren, veranlaßt, eine Reinigungs-Ordnung aufzustellen, weil der Mensch allein durch einen reinen Körper die „Heiligkeit vor dem Herrn“ beweisen könne oder bereit und fähig sei, höhere Eigenschaften zur Ehre Jehovas zu offenbaren.

Jesus lehrte die Massen in schlichten Unterweisungen, was dem Menschen zur Gesundheits- und Körperpflege not tue, um erlöst zu werden, ließ sich aber nie auf dogmatische oder theologische Spitzfindigkeiten ein, weil er wußte, daß der Mensch die inneren und höheren Zusammenhänge des Lebens erst dann begreifen kann, wenn sein Körper frei von „Übeln“ aller Art ist. Dann erst ist das Herz in friedvoller Verfassung und das Denken so gelassen, daß es sich der Leitung des Gottgedankens im Herzen ergibt.

Die vier Evangelien beweisen zur Genüge, daß es im Bereiche seiner Botschaft lag, die körperliche Wohlfahrt des Menschen zu fördern. Sogar die Armen und Ärmsten sollten sich vermittels seiner Botschaft eines besseren Loses erfreuen können. Danach braucht niemand krank und arm zu sein; denn „die Erde ist des Herrn samt allem, was sie erfüllt“, und sie erzeugte schon damals wie auch heute noch viel mehr, als nötig ist, damit alle Menschen gesund und im Wohlstand leben können.

Jesus sagte ganz bewußt und eindeutig: „Wenn deine Füße rein sind, ist der ganze Körper rein“. Denn wer die Füße pflegt, hält von selbst auch seine Hände rein, tatsächlich und bildlich, und leistet reine, nützliche Arbeit. Er lehrte also die einfachste Heilweise, die das Übel an der Wurzel faßt und jeden instand setzt, sich selbst rein, heil oder heilig zu machen. Als sich ihm die Jünger Johannes des Täufers anschlossen und sich nach den Zielen seiner Botschaft erkundigten, erklärte er ihnen: „Die Lahmen gehend und die Blinden sehend zu machen und den Armen die Botschaft des Heils zu verkünden“.

Mazdaznan wendet sich nun in der Gegenwart wiederum an alle die, die auf dem Wege der Erkenntnis sind, und zwar ohne Rücksicht auf Klasse, Stand oder Bekenntnis. Denn Mazdaznan ist sich des Klassenwesens völlig unbewußt und sucht sich einfach überall Bahn zu brechen, auf daß jeder einzelne individuell auf den rechten Weg gewiesen werde, sofern er den Drang in sich hat, sein Leben selbständig und selbstbewußt zu führen, sich bessere Verhältnisse zu schaffen und Größeres zu leisten.

Um das zu erreichen, befaßt sich Mazdaznan mit allen Zweigen des Lebens und der Wissenschaft, und zwar nicht nur bis zu einem gewissen Grade, sondern in allen Einzelheiten und bis in die Unendlichkeit. So erschließt Mazdaznan auch die Heilmittelkunst, wie es schon Zarathustra in seinem Patet ausgedrückt hat:

„O Herr, wie wunderbar sind deine Wege, daß du für alle die Pflanzen wachsen ließest, die in sich die Kräfte enthalten, die uns die Gesundheit vermitteln! An alle Krankheitsfälle hast du im voraus gedacht und deinen Heilsgedanken in die Pflanzen gesenkt, so daß für jede Krankheit, und wären es gleich zehntausend, auch zehntausend Heilkräuter zur Verfügung stehen, um die Krankheit für alle Ewigkeit in das Meer der Vergessenheit zu versenken und die Gesundheit in Schönheit und Jugendfrische erstrahlen zu machen“.