Wir nehmen die sitzende Stellung ein wie bei der ersten Übung, sind ganz entspannt und gelassen und uns des geraden und aufrechten Rückgrates und des festgesetzten Brustpanzers bewusst. Die Zahnreihen bleiben leicht getrennt. Die Zunge liegt entspannt am Mundboden und berührt mit der Spitze die untere Zahnreihe. Das Zimmer ist gut gelüftet und der Rücken ist dem Licht zugekehrt.

Damit uns die Augen nichts vorspiegeln oder sich durch die Einbildung ablenken lassen, richten wir sie auf einen matten Punkt am Boden, indem wir zum Beispiel ein Centstück auf den Boden legen, und zwar soweit vor den Fußspitzen, dass wir es während der ganzen Übung mit den Augen sehen können. In der Regel werden 2 Fuß vor den Fußspitzen genügen. Wir lassen also den Cent während der ganzen Übung nicht aus den Augen, welche Lage der Körper auch einnimmt. Der Blick ist ruhig und gelassen, also nicht starr oder gespannt.

Um die Gehirnintelligenzen und den Gedankenlauf zu zügeln, wählen wir uns irgendeinen kurzen Spruch, etwa: „Atem ist Leben“ und betonen in Gedanken die drei Worte nacheinander während der Übung. Dadurch beruhigt sich alles in uns. Es schwirren dann keine Ideen, Ansichten und Meinungen durch unser Gehirn; überhaupt fühlen wir dort keine Wirkungen. Die innere Ruhe kommt auf, das Äußere schweigt, alle Ideen, Ansichten und Meinungen verblassen, die heilige Stille kehrt bei uns ein.

Bevor wir mit den 7 Sekunden langen Atemzügen beginnen, entleeren wir die Lungen vollständig, wie vor allen Atemübungen, atmen etwa sechsmal rasch ein und aus und verlängern die letzte Ausatmung solange wie möglich. Selbst wenn wir glauben, hierbei die Lunge schon ganz entleert zu haben, stoßen wir doch nochmals aus, um auch den letzten Rest auszuhauchen.

Dann erst beginnt die Übung selbst, indem wir langsam während 7 Sekunden ein- und nach einer kurzen Pause 7 Sekunden ausatmen. Während des Einatmens beugen wir den Körper nach vorn bis zu einem gewissen Punkt und nicht weiter, als dass sich immer noch alles entspannt. Sobald wir die leiseste Spannung merken, hören wir mit der Beugung auf, führen nach einer kurzen Pause den Körper wieder in seine ursprüngliche aufrechte Stellung zurück und atmen dabei 7 Sekunden lang aus. Die Bewegung ist eine bloße Hüftbewegung; das Rückgrat wird also nicht gebogen oder gekrümmt und der Kopf behält beständig die gleiche Stellung, wird also nicht vorwärts geneigt.

Beim Einatmen denken wir unsern Spruch: „Atem ist Leben“ und betonen dabei in Gedanken das Wort „Atem“. Während der kurzen Pause von etwa 3 Sekunden denken wir wieder: „Atem ist Leben“ und betonen das Wort „ist“. Während der Ausatmung denken wir wieder: „Atem ist Leben“ und betonen in Gedanken das Wort „Leben.

Anstatt die Gedanken- und Atemkraft auf die Worte „Atem ist Leben“ zu verlegen, können wir sie auch auf die Zirbel lenken, indem wir sie durch den Willen während der Einatmung vom Herzen am Rückenmark entlang zur Zirbel führen, sie dort während der Pause festhalten und bei der Ausatmung wieder am Rückenmark entlang zum Herz zurückführen.

Dieser physiologische Vorgang kann durch den Blick verstärkt werden, indem man ihn zu Beginn der Übung auf die Nasenspitze richtet, ihn während der Einatmung nach oben bis zur Stirnmitte führt, während der Pause hier festhält und bei der Ausatmung wieder auf die Nasenspitze zurückführt. Da der Gesichtssinn der leitende Sinn ist, folgen die anderen Sinne dieser Bewegung der Augen, so dass die Konzentration erleichtert und beschleunigt wird.

Die ganze Übung dauert nicht länger als 3 Minuten und soll am Anfang nur einmal täglich vorgenommen werden. Für 1 Minute bringt sie so ziemlich jeder fertig. Wenn wir sie für 2 Minuten fertig bringen, will das schon etwas heißen, und für 3 Minuten bedarf es schon guter Übung und all der Vorübungen, auf die wir schon aufmerksam gemacht worden sind. Allmählich gewinnen wir uns aber die Übungsdauer von 3 Minuten und weiter als 3 Minuten geht es von selbst nicht.

Wer die 3. Übung vornimmt, ohne sich mit der 1. und 2. rhythmischen Übung vorbereitet zu haben, hält es nicht länger als eine Minute aus, weil es anfängt, in seinem Kopf zu klopfen und zu schwirren, so dass er einfach aufhören muss. Wer etwa glaubt, er könnte sich die 3. rhythmische Atemübung sozusagen aus dem System herausstehlen, ohne je die 1. und 2. Übung gemacht zu haben, ohne auch nur über die Atmung nachgedacht, die Macht des Atems an sich erfahren und das Rhythmische in sich geweckt zu haben, der wird schlechte Erfahrungen sammeln. Anstatt seine Konzentration zu erweitern, erweitert er seine Zerfahrenheit. Wir müssen uns also mit der 1. und 2. Übung auf die 3. Übung vorbereiten.

Viele Anfänger haben die Neigung, die Übung wegen ihrer guten Wirkung zu übertreiben. Davor kann nicht genug gewarnt werden. Denn jede Übertreibung rächt sich. Auch das Ein- und das Ausatmen soll nicht länger als je 7 Sekunden dauern. Durch die Übung werden in den Nervenzentren elektrische Kräfte erzeugt, deren Überschuss in der Milz aufgespeichert wird, um bei zukünftigem Bedarf im Körperhaushalt verwendet zu werden. Wenn aber unser Körper nicht geschult ist, diesen Überschuss in der Milz aufzuspeichern, dann beeinflussen die elektrischen Kräfte unmittelbar das Gehirn, und zwar besonders die Einbildungskraft. Dadurch wird man träumerisch. Solche Träumerei ist aber nur ein scheinbarer Zustand von Glück auf Kosten des wahren Glücks und läuft auf eine Betäubung, nicht aber auf eine Erweckung des Gehirns hinaus.

Wenn wir die 3. Übung eine gewisse Zeit lang getreulich und in dem Geist, wie sie gegeben worden ist, einmal am Tag befolgt haben, können wir sie unbedenklich mehrmals am Tag wiederholen, etwa dreimal, also alle 6 Stunden. Mehr ist nicht nötig, um uns zu beruhigen und in uns alles still werden zu lassen. Schon sehr bald wird uns bewusst, dass sich unser Gedächtnis bestärkt hat und dass die Rück- oder Wiedererinnerung in uns aufkommt.

Weil gleichzeitig die Konzentration auf das Gesinn in der Zirbel zunimmt und sich sozusagen alle Ideen aus dem Gehirn ausscheiden, kommt ein eigener Gedanke in uns auf, den wir uns nun vermittels unseres Denkenswesens überschlagen. Das Denkenswesen hat seinen Sitz im Gehirn hinter der Stirnmitte unmittelbar über der Nasenwurzel und wird von drei Zellen dargestellt, von denen die mittlere den Verstand, die Vernunft oder das Urteilsvermögen einschließt, während die beiden äußeren Zellen das Abwägen mit Für und Wider besorgen. Die Zelle in der Mitte entscheidet gleich dem Zünglein an der Waage und die beiden anderen Zellen überschlagen, vergleichen und gleichen aus. Die Überschlagungsgabe ist sehr wichtig und wertvoll, damit wir dem Fortschritt ergeben bleiben und uns nicht von fixen Ideen begrenzen lassen.

Die große Bedeutung der Überschlagungsgabe und des Denkenswesens hinter der Stirnmitte wird uns nach und nach immer mehr bewusst, wenn wir uns gegenwärtig halten, dass beide in der intellektuellen Gehirngruppe liegen, die sich als letzte nach der materiellen und spirituellen Gehirngruppe entwickelt, also die Gipfelung der Entwicklung darstellt. Das ergibt sich auch schon daraus, dass die materielle Gehirngruppe Kohlenstoff als Grundlage hat, die spirituelle Phosphor und die intellektuelle Stickstoff.

Ist die intellektuelle Gehirngruppe zu schwach entwickelt und hat die spirituelle die Führung, dann führen die Gefühle und die Einbildung die Herrschaft und das Denkenswesen, das Abwägen, der Verstand, die Vernunft kommen nicht zu Wort. Die spirituelle Gruppe sucht zwar mit Hilfe der Moral die materielle Gruppe zu lenken und zu leiten, es gelingt ihr aber nur teilweise, weil die äußeren Einflüsse zu stark auf die materielle Gruppe wirken. Erst wenn die intellektuelle Gruppe ihre Beschlüsse und Entschlüsse der spirituellen übermittelt, lässt sich die materielle Gruppe in Schach halten, so dass Selbstbeherrschung aufkommt und der Weg zur Vollkommenheit frei wird.

Auf den unteren Stufen der menschlichen Entwicklung bestimmt die materielle Gehirngruppe das Denken und Handeln des Menschen. Allmählich tritt die spirituelle Gruppe in Tätigkeit und das Denken und Handeln bekommt eine moralische und ethische Färbung. Das Rohe, Selbstsüchtige, Tyrannische und Verschwenderische der materiellen Stufe tritt zwar zurück; dafür tritt aber das Engherzige, Herrschsüchtige, Grausame, Einseitige hervor. Erst mit der Entwicklung der intellektuellen Gehirngruppe kommt das logische Denken und abwägende Urteilen, der Verstand, die Vernunft auf.

Diesen Hauptstufen der menschlichen Entwicklung und des menschlichen Gehirns müssen wir uns bewusst werden, wenn wir Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung erlangen wollen. Jeder Gehirngruppe muss zwar volle Aufmerksamkeit geschenkt werden, allein den Weg der Vollkommenheit betreten wir erst, wenn wir anfangen, die Entwicklung aller drei Gruppen auszugleichen, und damit der intellektuellen Gruppe durch das Denkenswesen die ihr zukommende Führung verschaffen. Dann erst haben die Gehirnintelligenzen eine solche Konzentration erreicht, dass sie über das Denkenswesen die Schwingungen des individuellen Gedankens aufnehmen können, die ihnen vom Gesinn in der Zirbel zugeleitet werden.

Solange wir ausschließlich den Bauchatem unterhalten, werden sich die Intelligenzen der materiellen Gehirngruppe die einseitige, materielle Vorherrschaft über die gesamte Gehirntätigkeit aneignen, während sich die spirituelle Gehirngruppe nur bei gewissen Anlässen fühlbar macht, etwa bei Krankheit, Sorge, Kummer, Herzeleid. In solchen Augenblicken bekommt dann der nur mit dem materiellen Gehirn denkende Mensch eine Ahnung von seiner höheren Natur, weil er unbewussterweise den Zwerchfellatem gebraucht, der auf die spirituelle Gehirngruppe belebend wirkt.

Wird der Zwerchfellatem übertrieben, dann übernimmt die spirituelle Gehirngruppe die Führung; wir vernachlässigen die materiellen Bedürfnisse und verleugnen sie leicht soweit, dass wir den Boden unter den Füßen verlieren, von einer Theorie in die andere verfallen und die Notwendigkeiten des Alltags verneinen.

Erst wenn wir dem Hochatem mit den oberen Lungenflügeln genügende Beachtung schenken, entwickelt sich die intellektuelle Gehirngruppe. Erst dann kommen wir zum individuellen oder bewussten Atem, der uns aus dem Unglauben und Aberglauben der vorhergehenden Stufen in die höheren Reiche der Selbsterkenntnis, des Friedens und der Gotterkenntnis einführt, weil die gleichmäßige Tätigkeit der drei Gehirngruppen einsetzt und das Gesinn seine Aufgabe erfüllen kann.

Das Ziel der Übung ist, dass wir uns des Gesinnes in der Zirbel bewusst werden, damit es die intellektuelle, spirituelle und materielle Gehirngruppe kontrolliere und unseren eigenen Gedanken durch alle drei Gruppen hindurch seinem Ziel entgegenführe. Das erfahren wir an uns, wenn wir diese Konzentrations-Übung pflegen, nachdem wir uns mit den vorhergehenden Übungen vertraut gemacht haben.

Hören wir auf zu üben, dann wird uns bald wieder vieles schwerer fallen. Üben wir gewissenhaft und religiös weiter, dann bleiben wir im Zustand der Erkenntnis und es stehen uns Offenbarungen bevor ohne Ende. Haben wir durch die Übungen die Stufe der Entwicklung erreicht, die sie bezwecken, dann erst brauchen wir sie nicht mehr, sondern werden selbst unseren Weg finden. Das gilt auf allen Gebieten des Lebens.

Ein Schüler muss aber solange den Lehren seines Meisters folgen, bis er soviel kann wie der Lehrer. Dann kann er die Gesetze scheinbar überschreiten, indem er den individuellen Gesetzen folgt, da er sich selbst Gesetz geworden ist. Bis dahin muss er sich an die Anleitungen des Meisters halten, um die höhere Stufe zu erreichen.


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"... a kellõen meg nem fontolt, gondolkodás nélküli evés az egészségre káros következményekkel jár, amelytõl az emberiség nemcsak a múltban szenvedett, hanem egészen a mai napig oly nagymértékben szenved, hogy az, minden számítást meghalad."
Dr. O.Z.A. Hanish