Diese Übung soll täglich viermal vorgenommen werden, morgens gegen Osten, mittags gegen Süden, abends gegen Westen und vor dem Schlafengehen gegen Norden.

Wir stehen dabei aufrecht wie bei der zweiten Übung, atmen in bekannter Weise mehrmals hintereinander rasch ein und aus und verlängern die letzte Ausatmung, bis die Lungen vollständig entleert sind.

Dann atmen wir langsam ein und heben gleichzeitig die rechte Hand hoch, so dass der Handteller dem Körper zugekehrt ist, und schwingen den Arm nach links im Kreis. Nachdem wir etwa 12 Kreisungen gemacht haben, halten wir den Arm über dem Kopf an, richten ihn senkrecht nach oben, ballen die Hand zu einer Faust und beugen den Rumpf soweit vorwärts, dass die Knöchel der Faust den Boden berühren. Dann atmen wir aus, gehen gleichzeitig in die aufrechte Ausgangsstellung zurück und lassen den Arm in seine natürliche Stellung zurückfallen und auspendeln. Darauf machen wir dieselbe Übung mit dem linken Arm.

Für die je 7 Sekunden langen Ein- und Ausatmungen während des Armschwingens ist keine bestimmte Zahl vorgeschrieben. Man kann während drei Kreisungen einatmen und während drei Kreisungen ausatmen, kann sich aber auch nach eigenem Empfinden ein anderes Verhältnis wählen. Jedenfalls aber muss der Atem so eingerichtet werden, dass die Lungen vor dem Rumpfbeugen gefüllt sind und der Atem gehalten wird, während der Rumpf vorwärts gebeugt wird und bis die Faust den Boden berührt hat. Dann erst folgt die Ausatmung und Aufrichtung des Körpers.

Man kommt mit der Atemführung leicht und sicher zurecht, wenn man beim anfänglichen Erheben der Hand langsam einatmet, bei den nachfolgenden sechs oder sieben Kreisungen aus- und bei den nächsten sechs oder sieben Kreisungen einatmet, dann den Atem staut, den erhobenen Arm anhält, die Faust macht, den Rumpf beugt, den Boden mit der Faust berührt und dann ausatmet. Jedenfalls ist es höchst wichtig, dass der Atem während der Rumpfbeugung gehalten wird, bis die Faust den Boden berührt hat. [1]

Die Armschwingungen müssen vollständig entspannt erfolgen, damit sich die Entspannung der Arme auf den ganzen Körper überträgt. Man wirft den Arm sozusagen seitwärts von sich, als sollte er sich loslösen, damit sich alle Muskeln und Sehnen darin ganz entspannen. Man bekommt dabei das Gefühl, als wäre der Arm ganz unabhängig vom Körper, man ermüdet auch nicht dabei und die Lungen werden durch das Schwingen nicht beeinträchtigt.

Weil wir mit dieser Übung in erster Linie die Kontrolle über die Verdauungsorgane in der Bauchhöhle erstreben, werfen wir, nachdem wir eingeatmet, also die Lunge gefüllt haben, mit der geballten Faust unsere ganze Kraft sozusagen auf den Boden und atmen danach sofort aus; auch das geschieht alles ganz entspannt. Durch den kräftigen Ruck entsteht eine innerliche Nachschwingung oder Revibration, die Organe der Bauchhöhle werden in ihre richtige Lage gesetzt und wir werden gesetzter. Wir lassen also den Zustand des Armes nicht auf uns reflektieren. Haben wir noch Säuren in uns, dann verschwinden sie mit der Zeit und ein angenehmes Gefühl stellt sich im Arm ein.

Anfänglich kann es vorkommen, dass die Finger nach der Übung für einige Augenblicke taub sind oder das Leben aus dem ganzen Arm verschwunden und das Blut darin nicht mehr umzulaufen scheint. Jedoch achten wir nicht weiter darauf, sondern sorgen nur dafür, dass der Arm den freien Eigenschwung von der Armhöhle aus hat; wir drehen ihn also nicht, setzen ihn nicht in Schwung, sondern er schwingt von sich selbst aus, damit die Energien im Arm geweckt werden. Es dauert nicht lange, so wird nicht nur der Arm gelenkiger, sondern auch die Finger scheinen auf Sprungfedern gesetzt zu sein.

Die Rumpfbeugung ist eine reine Hüftbewegung und die Knie dürfen dabei nicht gebeugt werden. Wer den Boden anfänglich nicht berühren kann, ohne die Knie zu beugen, neige den Körper soweit nach vorn, wie es geht. Bald wird die Zeit kommen, dass man den Boden berühren kann. Denn es gibt nichts, was den Körper beweglicher und gelenkiger macht als der Atem.

Wir kommen durch die Übung auch sehr bald zu der Einsicht, dass ein Korsett, das die freie Atmung beeinträchtigt, entspannte und anmutige Bewegungen verhindert und dass diese Übung unnatürliche Körperformen in ihren natürlichen Zustand zurückbringt. Wir verlieren nicht nur den vorstehenden Unterleib und die aufgedunsenen Wangen, sondern auch der Hals, die Brust, die Arme nehmen wieder schöne und vollkommene Formen an, wodurch sich vollkommene Gesundheit zu erkennen gibt. Der Erfolg ist schließlich der, dass Versäuerungszustände wie Neuritis, Neuralgie, Rheumatismus und dergleichen infolge des besseren Blutumlaufs verschwinden.

Sollten trotz der Übung wieder Schmerzen auftreten, weil es sich um einen chronischen Zustand handelt, dann muss man die schmerzende Stelle alle 6 Stunden mit dem Handrücken oder mit der Faust klopfen. Man klopft nicht mit aller Wucht, sondern leicht und federnd, klopft sozusagen an und verstärkt die Schläge erst allmählich bis zum Crescendo. Zunächst aber muss man die leichte, angenehme, magnetische Wärme spüren und erst nach und nach elektrisiert man sich mit kräftigeren Schlägen, bis es heiß und heißer wird, was wir gerade erzielen wollen, um besseren Blutumlauf zu bekommen.

Man elektrisiert sich doch nicht mit so genannten „Elektrisiermaschinen“ und setzt sich auch nicht in ein Lichtstrahlkabinett (Solarium) zum Bestrahlen hinein in der Erwartung, dadurch die Gesundheit zu fördern. Wenn wir Lichtstrahlen haben wollen, lassen wir uns von der Sonne bestrahlen. Die Natur ist in uns und um uns so beschaffen, dass wir uns auf natürlichem Weg helfen können.

Wenn man einen Kranken dazu bringen kann, die 4. Übung zu machen, dann wird er sich sehr bald bewusst, dass er einen Willen und Widerstandskraft besitzt und dass diese sich von Tag zu Tag bestärken. Damit ist ihm schon viel geholfen. Zunächst lässt man ihn singen alle die Lieder, die er kennt; sind es Kirchenlieder, dann diese, sonst andere, deren er sich erinnert. Die Hauptsache ist, dass er singt und durch das Singen seinen Zustand vergisst. Dann lässt man ihn die 4. Übung machen.

Die Widerstandskraft, die durch die Übung bestärkt wird, haben wir alle nötig. Je weiter wir gehen, je mehr wir uns entwickeln, je größere Geschäfte wir befolgen, umso mehr Widerstandskraft müssen wir besitzen. Wir werden uns der zunehmenden Widerstandskraft durch die Übung auch allmählich bewusst und spüren förmlich einen Druck der Festigkeit.

Die 4. Übung kann auch nach einer Mahlzeit vorgenommen werden, falls man überhaupt eine gehalten hat; wenn man vorher nicht gegessen hat, ist es umso besser. Hat man zuviel gegessen, dann begünstigt die Übung die Verdauung.

Die Hauptwirkung besteht aber in der Verfeinerung des Geschmackssinnes in leiblicher und geistiger Hinsicht, in der Bestärkung des Willens und der Widerstandskraft, in der leichten Überwindung schädlicher Gewohnheiten, wie Fleisch-, Alkohol- und Tabakgenuss, und in der Entwicklung des Sinnes der Fernwirkung oder Telepathie. Durch die Körperstellung, die Armkreisungen und den Atem kommt eine Verbindung mit den elektro-magnetischen Schwingungen der Atmosphäre zustande, wodurch sich die Empfänglichkeit für Ätherschwingungen bestärkt oder entwickelt, ähnlich wie es beim Radioapparat der Fall ist.

Gleichzeitig festigt die Übung den Charakter; wir sehen ein, dass wir vom natürlichen Weg abgewichen waren und kommen zu dem festen Entschluss, die erlangte Freiheit zu behaupten und nie wieder in die Erniedrigung zurückzukehren. Der Geruch der Liköre, des bratenden Fleisches und Schweinefettes stößt uns ab.

Wir werden sorgfältig in der Auswahl der Speisen und Getränke und werden die Nervenkrankheit los, die man beschönigend Appetit nennt. Wir fangen an, auf die leise sanfte Stimme des Herzens zu lauschen und den Eingebungen des Inneren zu folgen. Kritik- und Klatschsucht und Heuchelei liegen weit hinter uns und wir fühlen, dass wir auf eine höhere Stufe der Entwicklung getreten sind.


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Fejmunkás (szellemi tevékenység) legjobban virul 60 gr. búzával, mintegy 500 gr. gyümölccsel, s itt-ott ismét némi olajjal, vagy diófélével minden nap."
Dr. O.Z.A. Hanish