Lass ihn dort

Sei es Sorge oder Schmerz oder gar ein krankes Herz:
Jeden Kummer nimm zu Gott und lass ihn dort!
Lass ihn dort, ach, lass ihn dort; lass ihn dort, ach, lass ihn dort!
Jeden Kummer nimm zu Gott und lass ihn dort!

In diesem Sinne und zu diesem Zwecke nehmen wir diese Drüsenübung vor. Haben wir eingesehen, dass wir jeden Kummer von uns legen, jedes Hindernis beseitigen müssen, wenn wir vorwärts schreiten wollen, und haben wir allen Kummer glücklich von uns gelegt, dann sollten wir für alle Zeiten unserer besseren Einsicht treu bleiben und uns nie wieder mit Kummer, Sorge und Schmerz belasten.

Wir sitzen bei dieser Übung aufrecht mit gehobener Brust und lehnen uns nicht an. Die Fingerspitzen beider Hände setzen wir unterhalb des Brustbeinzäpfchens in die Gegend der Magengrube, während beide Daumen am Brustbein entlang aufwärts und abwärts streichen, frottieren und drücken, und zwar im Rhythmus der Melodie, die wir selbst singen. Bei den gedehnten und bei den halben Noten am Ende der Zeilen, auf die Worte „Herz“ und „dort“ vibrieren die Finger der rechten Hand gegen die Magengrube und aufwärts gegen die Brustbeindrüse, während die linke Hand in Ruhe verharrt.

Es vollzieht sich also im Lauf der Übung gemäß der Melodie mehrmals ein Wechsel zwischen den Bewegungen der beiden Daumen und der Finger der rechten Hand. Die Daumen suchen sich immer neue Stellen aus, zwischen und entlang den Rippen, als glitten sie über eine Klaviatur, mit der sich die Finger ganz vertraut machen müssen, damit das Spiel vollkommen wird. Sobald die Daumen locker und beweglich genug geworden sind, führen sie in einer einzigen Frottierbewegung mehrere verschiedene kleine Bewegungen gleichzeitig aus und manipulieren den Brustkorb immer rhythmischer und kunstvoller. Immer wieder machen die Daumen einen neuen Eindruck aufwärts, seitwärts, abwärts, auch zwischen den Rippen und dazwischen fügt sich das Erzittern mit den Fingerspitzen der rechten Hand ein.

Machen wir die Übung kniend, dann lernen wir es um so leichter, wie wir im Rhythmus der Melodie mit den Daumen gegen und zwischen die Rippen kommen, wie wir sie immer wieder und immer weiter ausstrecken und sie immer höher greifen lassen, obwohl die Fingerspitzen beständig in der Magengrube verbleiben.

Je konzentrierter wir den Bewegungen unseren Gedanken hinzusetzen, um so rascher kommen wir hinter all die Feinheiten der Übung und umso harmonischer vollziehen wir die Bewegungen der Daumen und der Finger. Es handelt sich bei dieser Übung nicht um das Erschüttern, sondern um das harmonische, rhythmische Manipulieren des Brustkorbes. Von Zeit zu Zeit machen wir die Daumen- und Fingerbewegungen, ohne dazu zu singen, um die inneren Wirkungen besser beobachten zu können.

Jeden Morgen sollten wir die Übung für einige Minuten machen, und zwar schon im Bett, und uns dadurch von dem Bann der Sorgen und des Kummers um das Alltägliche frei machen. Gleich morgens können wir kräftig mit den Daumen frottieren und kräftig dazu singen, damit die Schwingungen durchgreifen und den ganzen Körper durchwirken.

Darum singt ja auch der Vogel schon am frühen Morgen, weil er sich keine Sorgen macht, sondern sich freut in der Gewissheit, dass ihm das seinige werden wird. Sein Lied ist schon das Zeugnis und der Dank dafür; er singt uns doch nichts vor, sondern singt für sich. Er streckt den Hals, schüttelt das Gefieder und rüttelt sich durch und durch bis in die Füße: das ist seine Morgenübung. Um wie viel mehr sollten wir als denkende Menschen uns üben, die nicht nur ihr Futter zu suchen, sondern in diesem Leben Höheres zu erzielen, zu bedenken und zu tun haben, was zur weiteren Ausbildung und Entwicklung des Menschen gehört!

Durch diese Morgenübungen lernen wir auch sehr bald, alle kleinen persönlichen Notwendigkeiten zu beachten, damit kein Kummer, keine Sorgen, keine Schmerzen aufkommen, jedenfalls aber uns nichts anhaben können. Ab und zu schnupfen wir ein wenig Borax in die Nüstern hoch oder setzen ein wenig Borax an den Gaumen. Wenn wir frische Strümpfe anziehen, reiben wir vorher die Füße. Bei einem Anflug von Erkältung nehmen wir sofort einige Tropfen australisches Eukalyptusöl in einem Glas heißem Wasser ein, spülen damit den Mund und gurgeln damit. Sobald das Öl gegen die Stimmbänder fällt, hilft sich die Natur weiter. Dann laufen wir frohgemut durch unser Tagewerk.

Am Ende unserer Übungen vergessen wir nicht das lange Ausatmen; es ist notwendig. Wir atmen dabei mehrmals hintereinander so tief wie möglich aus, aber ohne Zwang oder Spannung, bis wir nicht weiter ausatmen können, und sprechen dann immer noch einige Worte aus. Dann ist der Einatmungszug von selbst tief und voll und zieht alle die in der Atmosphäre enthaltenen Elemente und Ätherwellen an sich und um soviel wirksamer kann sich uns Ga-Llama, das belebende Prinzip der Atmosphäre, übermitteln und sich um so mehr als Leukokytos oder erweitertes magnetisches Feld offenbaren.

Durch die Erweiterung des magnetischen Feldes im Blut werden auch die Nerven und die Drüsen mehr belebt, so dass die Drüsen neue Elementarstoffe herstellen und in das Blut ergießen und neue Ätherstoffe erzeugen, die sie aufspeichern. Beim Durchschnittsmenschen sind noch keine organischen Einrichtungen vorhanden, die diese neuen Ätherstoffe weiterführen und im Körper verteilen könnten. Nur die allerwenigsten Menschen besitzen einen kleinen Anfang organischer Entwicklung in dieser Richtung. Wir sind also sozusagen noch im Entstehen begriffen und müssen daher den Ätherstoffen Brücken schlagen in das Gehirn, damit sie unserem Denkenswesen neue Eingebungen aus dem Herzen offenbaren können.

Die Übung bestärkt vor allem die Muskeln der Brustbeindrüse und lässt auch die eingeatmeten Ätherwellen kräftiger gegen die Lungenfelle schlagen, die dadurch regsamer und eifriger im Aufnehmen und Verarbeiten der aus den Lungen einströmenden Elemente und Chemikalien werden, und allmählich werden sich alle Intelligenzen des ganzen Körpers ihrer Stellung und Aufgabe mehr bewusst und arbeiten dann um so mehr naturgemäß, nehmen sozusagen das ihnen Anvertraute dann immer mehr selbst in die Hand, ohne dass wir ihnen noch besondere Aufmerksamkeit zu schenken brauchen.

Je harmonischer sich das Erzittern vermittels der Fingerspitzen der rechten Hand mit den frottierenden Bewegungen der Daumen verbindet, um so kräftigere Schwingungen entstehen, die sich nach den oberen Lungenteilen und nach dem Gehirn erweitern. Umso mehr bilden sich die oberen Lungenteile aus und um so mehr klärt sich das Gehirn vom Hinterkopf her über das Scheitelhirn bis in das Gehirn hinter der Stirn.

Sobald wir die ersten Wirkungen im Gehirn spüren, kommen wir von selbst darauf, dass der Rücken frei bleiben muss, wir uns also bei dieser Übung nicht anlehnen dürfen. Die von den Fingerspitzen hervorgerufenen Schwingungen fühlen wir nach und nach auch im Rückgrat und durch das Vibrieren, Anhalten, Wieder-Vibrieren und Wieder-Anhalten bilden sich die Wirbel mit der Zeit so weit aus, dass wir schließlich bei genügender Konzentration unseres Gedankens jeden einzelnen Wirbel mit den Vibrationen und darum mit unserem Gedanken erreichen können.

Lassen wir nicht nach mit den Übungen und üben wir entspannt, gelassen und ergeben immer weiter, dann übertragen sich die Schwingungen allmählich auf die Drüsen, bis wir den Körper so weit erzogen haben, dass wir mit einer einzigen Übung alle Drüsen erreichen, in Schwingung versetzen oder beleben. Um die Belebung der Drüsen und des ganzen Körpers handelt es sich aber gerade für uns. Wir leben zwar; aber von nun an müssen wir uns beleben. Durch die Übungen werden die Zellintelligenzen sozusagen belehrt, mehr Lebendigkeit zu entwickeln. Wir sollten uns viel mehr selbst erziehen in dieser Richtung und unsere Zellen in diesem Schwingungsgedanken auferziehen, bis schließlich jede Zelle die Selbstvibrierung besorgt oder belebt ist.

Schon sehr bald werden wir nach der Übung in der Magengegend ein angenehmes Gefühl spüren, was auf bessere Verdauung deutet. Haben wir eine gute Verdauung, dann kommt das übrige von selbst nach. Auch wenn wir keine Verdauungsbeschwerden haben, ist uns die Übung als Vorbeugungsmittel und deshalb von großem Wert, weil sich bei guter Verdauung der Körper im Allgemeinen kräftigt. Durch die Vibrierungen über der Magengrube belebt sich das Sonnengeflecht, das die Ausstrahlungsdrüse ist, einer Elektrizitätszentrale gleicht und seine Kraft an die verschiedenen Drüsensysteme abgibt, vor allem auch an die Brustbeindrüse, die durch die Daumenmanipulationen für die Ausstrahlung des Sonnengeflechts besonders empfänglich gemacht wird.

Je mehr sich das Zellengewebe belebt, um so mehr ist uns die Gesundheit und damit das Leben, das Fortleben und Weiterleben gesichert. Dann brauchen wir uns keine Sorge darüber zu machen, dass Vater oder Mutter an dieser oder jener Krankheit starben. Wir sterben überhaupt nicht an einer Krankheit, sondern die ungenügende Kraft der Körperzellen ist es, die den Tod herbeiführt. Es gibt Leute, die schleppen ihren Krebs 30 Jahre mit sich herum, weil sie nicht sterben wollen. Wer daran stirbt, unterhielt den entsprechenden Gedanken und fütterte den Krebs, anstatt ihn auszuhungern. Alle Krankheit ist heilbar und ausrottbar, wenn wir nur das Zellengewebe bestärken, damit keine Fremdstoffe dazwischen kommen.

Deshalb hat auch das so genannte Handauflegen seine Berechtigung, wenn es im richtigen Geiste geschieht. Dabei wurde die Hand auf den Magen oder die Magengrube des Kranken gelegt, damit er sich durch die Übertragung der Gedanken- und der Handvibrationen an die ihm zukommende Ernährungsweise erinnere. Der konzentrierte Gedanke des Behandelnden sollte sich dem Kranken übermitteln und soweit sich der Kranke ebenfalls konzentrierte, geschah dann ein so genanntes Wunder, weil sich dank der Konzentration des Kranken seine Natur selbst weiterhalf. Oder der Behandelnde übte mit den Händen einen Druck auf die Stellen des Kopfes, durch die sich sein konzentrierter Gedanke hindurch ziehen sollte, z. B. auf die seitlichen Teile des Kopfes, um die Gehirnzellen der Moral, Ethik und Spiritualität zu beeindrucken und zu beleben.

Je mehr wir Sorgen, Kummer, Schmerzen, überhaupt alles Nutzlose, von uns werfen, um so weniger kommen wir in die Lage, etwas zu vermissen, und begreifen, dass wir mit wenig auskommen können. Wir stimmen dann der heiligen Ainyahita zu, die sich dessen schon vor 9000 Jahren bewusst war, indem sie sagte: „O, Herr Gott Mazda, ich danke dir für alles, was ich vermisse!“ Mir ist kein Reichtum, kein eigenes Heim, keine gute Kleidung geworden und dafür soll ich dankbar sein? Ja, ganz gewiss! Denn wer weiß, was aus mir geworden wäre, wenn ich dergleichen gehabt und nicht gewusst hätte, es richtig zu gebrauchen!

Wir haben ja immer noch so manches, was wir nicht brauchen und was uns belastet, uns von dem unsrigen abzieht, uns auf das unsrige vergessen lässt. Unser Wesen soll aber so beschaffen sein, dass ihm nie etwas fehlt und dass wir nie etwas vermissen. Dazu verhilft uns die Übung, besonders wenn wir sie am frühen Morgen und mit der richtigen Einstellung auf den Grundgedanken der Übung machen: „Lass fahren, was das Herz betrübt und traurig macht!“

Aber wie oft legen wir in unserem gegenwärtigen begrenzten Zustand unsere Sorgen und unseren Kummer dem Herrn vor und bitten ihn, er möchte uns davon befreien, nehmen jedoch schließlich, wenn wir von dannen gehen, alle Sorgen und allen Kummer doch wieder mit uns, stapeln sie förmlich auf und tischen sie sogar anderen auf. Kommen wir zusammen, um uns über die Alltäglichkeit zu erheben und uns über die Schönheiten und Herrlichkeiten des irdischen Lebens und die unerschöpfliche Fülle der Unendlichkeit zu unterhalten, dann füllen wir zwischendrin die Pausen mit Unterhaltungen darüber aus, wem in der Verwandtschaft oder Bekanntschaft der Blinddarm oder ein Bein abgeschnitten worden ist.

Gewiss, wenn wir an das Mangelhafte und Bedrückende des Alltagslebens denken, so macht uns das traurig und bekümmert. Es ermutigt auch nicht, wenn wir trotz all der Vorbilder der Natur um uns herum sehen, dass die Menschheit immer noch auf der untersten Sprosse der Entwicklungsleiter steht. Aber wir dürfen uns von den augenblicklichen Zuständen nicht hypnotisieren oder psychologisieren, nicht beeinflussen lassen, dürfen uns nicht den Glauben und die Zuversicht nehmen lassen, dass alles, was unser ist, uns auch zu seiner Zeit werden wird, entsprechend unserem Entwicklungsgrad.

Seither haben wir uns immer noch zurückhalten lassen, das Unsrige zu ergreifen; jetzt sehen wir aber schon, dass die Zeit des Ausgleichs herankommt. Wir schauen schon die Erfüllung und sollten wir sie auch in diesem Körperzustand nicht mehr erleben, so wird das aufwachsende Geschlecht sie erleben, das sich nicht mehr zurückhalten lässt wie wir in unserer Jugendzeit. Aber selbst wenn wir zurückgehalten worden sind oder seither zurückhaltend waren, brauchen wir doch nicht immer wieder und immer weiter zurückzubleiben, sondern können alles nachholen. Dazu ist aber zu allererst nötig, dass wir alles vergessen, alles zur Seite setzen, was keinen Wert mehr für uns hat.

Sonst geht es uns wie der alten Frau, die wir einst einluden, in unsere Kutsche einzusteigen, weil sie außer der Last ihrer Jahre auch noch ein schweres Bündel auf dem Rücken trug. Nach einigem Bedenken stieg sie auch ein, hielt aber ihr Bündel krampfhaft auf dem Rücken und weigerte sich, es abzulegen. „Lieber Herr“, sagte sie, „Ihr seid schon so gut, mich mitzunehmen; dass ich nun auch noch mein Bündel ablegen soll, kann ich nicht annehmen!“

Das ist der Durchschnittsmensch und jeder sagt selbstzufrieden zu sich: „Gott sei Dank, dass ich nicht so begrenzt bin!“ Aber wir machen es genau so. Wir lassen uns von Mazdaznan einladen zu besserem Fortkommen; aber unser Sorgenbündel ablegen und hinter uns lassen wollen wir immer noch nicht. Eine Gelegenheit, uns zu erleichtern, wird uns angeboten; aber wir benutzen sie nicht. Wir wollen ein Stückchen mitlaufen mit dem Fortschritt, ein bisschen fortschrittlich essen, ein bisschen besser atmen und auch ein bisschen mitüben; aber der Krankheit, den Gebrechen, Sorgen und Kümmernissen für immer den Rücken zu kehren, damit wir nichts mehr davon sehen und hören, das wollen wir immer noch nicht und setzen sogar neue Sorgen hinzu: „Was würde mein Arzt dazu sagen und was sollte überhaupt aus den Ärzten werden, wenn alle Kranken ihre Krankheit verneinten!“

Aber sogar die Schmerzen des Körpers müssen wir verneinen lernen. Erst wenn wir sie auf die negative Seite zurückweisen, kommt uns ein neuer Gedanke in den Sinn, wie wir uns der Schmerzen entledigen können. Wir dürfen doch die Folgen einer Ursache, die wir selbst gesetzt haben, nicht als etwas aus sich selbst Gewordenes und etwas Unvermeidbares betrachten, sondern müssen uns sagen: „Ich habe mich versündigt in meiner Unwissenheit; es darf nicht wieder vorkommen und jetzt handle ich und räume die Ursache weg!“

Gibt es überhaupt so etwas wie einen Schmerz, dann muss ja auch eine Ursache dafür vorhanden sein und gegen diese müssen wir sofort etwas tun, um die Folgen abzustellen. Schmerzen sind doch nicht ein Teil des Menschen, gehören also nicht zu uns und wir dürfen sie nicht mit uns herumschleppen. Aber meist sprechen wir sogar noch zu anderen darüber und dann erweitern sich die Schmerzen förmlich. Ist jemand auf dem Eis ausgeglitten und hat sich den Ellenbogen aufgeschlagen, so erzählt er das nur zum ersten Mal so; bei der zweiten Erzählung hat er beinahe Arm und Bein gebrochen und mit jeder weiteren Erzählung erweitert die Phantasie die Folgen des Falls.

Wir sind aber nicht in dieses Dasein getreten, um die kurze Spanne des Erdenlebens an die Schmerzen, Krankheiten und Gefahren eines Durchschnittsmenschen zu vergeuden, der noch auf der untersten Stufe der Entwicklungsleiter steht, dürfen nicht mehr neben der Himmelsleiter stehen bleiben, sondern müssen nun emporsteigen. Der Durchschnittsmensch sagt jeden Abend dasselbe zu seinem lieben Gott, bereut seine Sünden, gelobt Besserung und bittet um Erhörung seiner Wünsche; es wäre aber doch genug, wenn er es seinem lieben Gott einmal sagte. Wird ihm schließlich sein Wunsch doch nicht erfüllt, dann ist er gar zu leicht bereit, sich über diesen Gott zu erbosen und ihm zu fluchen, obwohl er ihn gestern noch flehentlich angerufen hatte. Wird ihm aber wirklich einmal ein Erfolg oder etwas Gutes zuteil, dann schreibt er das nicht seinem lieben Gott, sondern seiner eigenen Klugheit zu.

Haben wir echten Glauben, dann haben wir auch Zuversicht und sind überzeugt, dass uns alles zukommen wird, was wir uns nur wünschen, und dann tun wir alles, was uns dem gesteckten Ziel näher bringt, und erreichen schließlich das Ziel. Bitte ich um 200.000 Euro, so verlange ich das nur einmal und stelle keine neuen Verlangen, bevor das erste erfüllt ist. Nun muss ich mich aufraffen und den Weg gehen, der sich mir offenbart, um zu den gewünschten 200.000 Euro zu kommen. Dann zaudere und zage ich nicht, frage auch niemand nach dem richtigen Weg, sondern gehe einfach den offenbarten Weg und handle. So darf ich mich darauf verlassen, dass ich die 200.000 Euro bekomme und sogar Millionen, wenn ich sie haben will. Bete ich: „Ich möchte ein Virtuoso werden!“, dann werde ich es auch, wenn ich alles das vollziehe, was mir mein Herz offenbart.

Sobald wir tatsächlich den Weg betreten haben, der zum Ziel führt, dann kann uns alles werden. Haben wir uns das Ziel gesetzt, nicht nachzulassen, bis die Menschheit erlöst ist und sich frei gemacht hat von allem alten, dem Menschen unwürdigem. Es mag ein schwerer, dornenvoller Weg sein, auf dem sich Unannehmlichkeiten und Verfolgungen wie Glieder einer Kette aneinander reihen. Throne mögen stürzen und ganze Völker mögen dabei Wandlungen durchzumachen haben, so werden wir doch unser Ziel erreichen, wenn wir den Weisungen der Gottheit in uns folgen. Und sehen wir nicht schon das Ziel sich nähern? Auf der einen Seite schürt der Erfindergeist und auf der andern Seite das menschliche Herz. Vermittels des feineren Herzensgefühles und des Erfindergeistes wird uns allen schließlich die Erlösung und damit die Erkenntnis unseres wahren Wesens und Wertes werden. Aber erst muss das alles mir selbst individuell werden und ich muss bei mir anfangen, alles Notwendige zu tun.

Wenn wir aber Zweifel haben, wird uns nichts. Wir müssen sogar oft durch einen Verlust hindurch gehen, damit wir lernen, Vorsicht zu üben oder alle Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, die wir sonst außer Acht gelassen hätten. Eines Tages geriet unsere ganze Heuernte in Brand und wir konnten den Flammen auch nicht eine Hand voll Heu entreißen, konnten aber sogleich den Lohn für zehn Leute sparen, die das Heu hätten versorgen müssen. Das machte allein schon 800 Dollar im Monat aus und in 14 Monaten hatten wir uns den Verlust schon wieder eingespart und konnten den Gedanken fassen, eine größere Einnahme zu erzielen und andere Methoden anzuwenden, die uns vor solchem Schaden bewahrten. Bei allem Unglück ist ein Glück, wenn wir es nur sehen wollen und unser Denkenswesen in dieser Richtung erweitern.

Der Ansporn ist es, auf den es ankommt. Immer wieder soll sich ein jeder selbst und sollen wir uns gegenseitig animieren, inspirieren, ermutigen und darauf hinweisen, dass einem jeden alles möglich ist, wenn er sich nur alles nach den Gesetzen der Natur und den Prinzipien der Unendlichkeit einrichtet. „Alles ist euer!“ sagte der Heiland. Dafür müssen wir diese Zuversicht haben, müssen uns bewusst sein, dass sich der ewigwirkende Gottgedanke durch einen jeden von uns ausprägt und immer weiter ausprägen will, dass also ein jeder von uns vermöge der in ihm wohnenden Gottheit alles vollziehen kann, was sich irgendein Mensch nur auszudenken vermag.

Dass der ewigwirkende Gottgedanke in uns ist, müssen wir aber erst selbst glauben, bevor wir den rechten Gebrauch von allem machen können, was uns diese Welt anbietet. Genug ist für alle Fälle da, wenn wir uns nur richtig an- und einstellen. Über die hohen Steuern zu reden, zu schimpfen und uns zu entmutigen, befreit uns nicht davon und macht unsere Lage nicht leichter. Wenn wir aber, unbekümmert darum, immer weiter wirken und arbeiten und allen Anforderungen gerecht werden, kommen wir doch zu dem unsrigen. Also heißt es nun einfach: „Arbeiten, wirken und Geld verdienen!“ Nicht des Geldes wegen, sondern um Weiteres und immer Größeres wirken zu können. Wir haben auch sicher Erfolg, wenn wir uns den Beruf oder die Arbeit wählen, wozu wir die natürlichen, angeborenen Anlagen haben, so dass wir alles gern und mit Lust und Liebe, nicht aber aus Zwang oder Überredung tun.

Wer ein geborener Grundstücksspekulant ist, kauft Bauplätze, sobald ein Bauland kanalisiert wird, weil die Bauplätze dann trocken sind, und zwar kauft er stets Eckplätze, die nach Südwesten liegen; denn die darauf errichteten Häuser werden nie feucht. Eine Nordwestecke lässt er sich nicht einmal schenken. Steigen die Steuern, dann steigen auch die Preise für die Bauplätze. Innerhalb fünf Jahren muss ein Bauplatz verwertet oder verkauft sein; sonst muss er irgendwie abgestoßen werden, um Verluste zu vermeiden.

Wer ein geborener Börsenspekulant ist, kauft nie Bankaktien. Er fühlt aber, dass Elektrizitätsaktien immer gut sind, weil sich das Elektrizitätswesen immer mehr ausbreitet (1920).

Wer ein geborener Arzt ist, verfügt über eine gute Beobachtungsgabe und ein gutes Denkenswesen, das mit dem Abwägen, der Kalkulation, der Intuition, der Idealität und der Sublimität in Verbindung steht und ihm die Originalität verbürgt. Sonst ist ein Arzt nur auf sein Gedächtnis angewiesen und verschreibt nur Medizinpräparate. Ein wahrer Arzt muss aber originell sein, muss gleichsam Röntgen-Augen haben und damit sehen, wie die Organe des Kranken beschaffen sind und was im einzelnen darin nicht stimmt. Dann braucht er sich nicht darum zu kümmern, ob und welche Krankheiten in der Familie des Patienten schon vorgekommen sind; das verwirrt nur den Blick. Der Patient hat nichts zu tun mit seiner ganzen Blutsverwandtschaft, sondern ist ein Individuum, das nach seiner eigenen Gestalt und seinem eigenen Temperament gemessen und behandelt werden muss. Der geborene Arzt weiß vermöge seiner Eingebung, wie er den Kranken zu behandeln hat, und kann deshalb auch die volle Verantwortung für seine Behandlungsweise übernehmen. Übernimmt er diese Verantwortung nicht, dann hat er sich nicht den richtigen Beruf erwählt.

Der Arzt muss aber dem Patienten den Erfolg seiner Maßnahmen garantieren, genau so wie uns der Schneider für den Sitz des Anzugs garantieren muss. Macht der Schneider nicht alles richtig und zeitgemäß, dann bekommt er keine Bezahlung. Warum sollte allein der Arzt keine Garantie geben müssen, wenn er doch vorgibt, seine Methoden seien der Ausfluss einer wirklichen Wissenschaft! Ist er aber selbst nicht einmal sicher, nicht überzeugt davon, ob seine Verschreibung, Behandlung oder Operation dem Patienten hilft, dann muss er als ein Mann von Ehre und Charakter die Sache einfach lassen und sich so rasch wie möglich einen anderen Beruf wählen, weil seine Fähigkeiten auf einem ganz anderen Gebiet liegen. Sobald er sich diesem Gebiet zuwendet, wird er erfolgreich und glücklich, während der unnatürliche Beruf weder ihm selbst, noch seinen Patienten Glück brachte.

Jedem Menschen ist von Natur aus ein besonderes Talent geworden, das ihm die Selbsterhaltung gewährleistet, sofern er Gebrauch davon macht. Beachten wir aber das von der Natur Festgesetzte nicht, dann geraten wir auf Abwege und stoßen immer auf neue Sorgen, neuen Kummer, neues Leid und können keine Fortschritte machen. Aber das können wir ändern und unsere Übung zielt darauf. Wir müssen nun unsere Sorgen, Kümmernisse und Schmerzen auf den Altar des Herrn legen und es dem Herrn überlassen, was er damit tun will. Dann dauert es nicht lange, dass wir uns sagen: „Ich weiß, was ich will, wenn ich es will!“

Der kalte Intellekt bringt uns nicht ans Ziel; die Spiritualität verläuft oder überstürzt sich leicht und nutzt uns deshalb allein nichts; die träumende Materialität bringt uns nicht vorwärts; weder in der einen, noch in der andern Richtung können wir ein glückliches Leben führen. Sobald wir aber alles Begrenzte, Kleinliche, Einseitige hinter uns lassen, dann sehen wir das große Ziel des Lebens und beherzigen die Mahnung: „Lasset, was dahinten ist, und streckt euch nach dem Vorwärtigen, das euch vorhält das Kleinod der himmlischen Berufung!“

Durch das Manipulieren der Brustbeindrüse wird uns mehr Vertrauen zu unserer eigenen inneren Leitung und auch mehr Vertrauen auf die gute Seite der anderen. Wenn wir uns gegenseitig im Geiste des Vertrauens begegneten, hätten wir nicht nötig zu denken: „Ich muss vorsichtig sein mit meinen Worten; ich kenne die Leute nicht, sie sind mir ganz und gar fremd.“ Wenn wir Selbstvertrauen haben und es bietet sich von selbst eine Gelegenheit zu reden, dann kommen uns auch die rechten Worte über die Zunge.

Wir dürfen nie vergessen, dass der Mensch zwei Naturen hat, die offenbarte und die verborgene göttliche Natur. Die offenbarte Natur oder der menschliche Körper, ist physisch, materiell und vermittelt dem Menschen die Verbindung mit allen Intelligenzen des Weltalls, weil er die Zusammenfassung der Ergebnisse aller Schöpfungs- und Entwicklungsvorgänge ist. Wenn sich aber die göttliche Natur, die hinter der offenbarten im Verborgenen steht, nicht hinzugesellte, wäre der Mensch schließlich weiter nichts als eine Art verbessertes Tier.

Aber nicht einmal dem Zellengewebe nach gleicht der Mensch dem Tier, weil die menschlichen Zellen alleinstehend sind und individuell für sich arbeiten, wobei die Verbindung unter den Zellen nur durch die Ätheratmosphäre gemäß den verwandtschaftlichen Beziehungen hergestellt wird, während beim Tier die Zellen ineinander verkettet sind, also nicht frei nebeneinander stehen.

Diese verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen den menschlichen Zellen zu wecken und zu erweitern, ist das Ziel aller Drüsenübungen, wobei dem Sonnengeflecht die besondere Aufgabe der Elektrifizierung aller Drüsensysteme zukommt, um die verwandtschaftlichen Beziehungen positiv zu gestalten. Je besser und reger diese Beziehungen werden, um so eher offenbart sich uns die abstrakte Seite oder die göttliche Natur unseres Wesens.

Wollten wir eine Zelle unseres Körpers nach der anderen vornehmen und erläutern, was eine jegliche innehält, so wäre es wunderbar, es sich zu überschlagen, und es würde eine ziemliche Zeit in Anspruch nehmen, uns aber doch nur zu einem kleinen Teil zufrieden stellen. Denn die Intelligenzen des ganzen Zellgewebes zusammengenommen, machen nur das Weltliche in uns aus, während uns nur die abstrakte oder göttliche Seite unseres Wesens alles das übermitteln kann, was den Zustand der Seele, des Geistes, des Gottesfunkens oder Gotteslichtes und des göttlichen Atoms in uns ausmacht.

Dem Gehirn nach sind uns alle Intelligenzen geworden, die irgendwie den Gebrauch von Äther und Atom ermöglichen. Dagegen hat sich das Göttliche nicht im Gehirn festsetzen lassen, sondern wirkt freistehend und unabhängig von der Materie in der letzten fünften, hinteren Herzkammer, während die vierte Herzkammer der Überbrückung, die dritte Herzkammer dem Gottesfunken oder Gotteslicht, die zweite Herzkammer dem Geisteszustand und die erste Herzkammer dem Seelenzustand dient, der durch das Rückenmark mit dem Gesinneszustand in der Zirbeldrüse in Verbindung steht.

Wenn wir ernstlich analysierten oder untersuchten, würden wir in uns alle die Korrespondenzen finden, die dartun, dass wir durch alle Schöpfungszyklen gegangen sind, und würden begreifen, warum wir hier sind und warum wir gerade jetzt hier in diesem körperlichen, materiellen Konzentrationszustand sind. Alles ist in uns eingefügt, damit wir alles nach unserer freien Wahl zur Verfügung haben, also nicht erst im Weltall herumzufischen oder herumzujagen brauchen, als wäre dort noch etwas ganz Besonderes für uns zu finden oder zu erzielen. Nein, jeder Mensch enthält alles nur Denkbare in sich.

Wir brauchen also nicht einmal in die Sonne zu schauen in der Erwartung, dass uns von dort ein Licht käme; wir sehen doch nicht mehr als eine Scheibe. Denn die Sonnenstrahlen kommen nicht von der Sonne, sondern sind die Auswirkungen der freien Energie in der Erdatmosphäre und entstehen dadurch, dass ein weit entfernter Planet in einen Neigungswinkel von mindestens fünfundzwanzig Grad gegenüber dem Stand der Erde gerät. Dann ziehen sich in den Ausstrahlungen der Erde die Moleküle zusammen und es entsteht das, was wir Sonnenstrahlen nennen, die durch die Scheiben hindurch gehen und uns durchwirken, durcharbeiten, erwärmen und erhitzen, manchmal sogar mehr, als uns lieb ist.

Nun dürfen wir die entsprechenden Betrachtungen für unser Sonnengeflecht anstellen. Dann erkennen wir auch, warum der Morgen die beste Zeit für unsere Übungen ist. Jeden Tag verspüren wir unter dem erweiterten Einfluss des Sonnengeflechts ein Wachstum, einen Fortschritt, eine Erweiterung, ein freieres Gefühl in der Lunge und je mehr wir mit dem Gedanken bei der Übung sind, um so interessanter wird sie uns, weil uns beständig etwas Neues, eine neue Offenbarung wird, bis wir erkennen, dass wir selbst die Offenbarung Gottes auf Erden sind.

Offenbarung ist also nicht eine Niederschrift, sondern ein Entwicklungszustand der Intelligenz in der Materie, vermöge dessen wir „vom Glauben zum Schauen“ kommen, wie der Prophet sagt. Wir haben uns wohl schon dies und das gesagt; aber es wurde uns erst recht klar, nachdem uns „ein Licht“, das innere Licht, aufgegangen war, das gleich dem Sonnenlicht die Dunkelheit von unserem Auge nahm.

Gewiss erkennen wir es an, dass wir uns im Lauf der Zeit schon bis zu einem gewissen Grad geistig entwickelt haben. Denn es gab eine Zeit, da wir nur einen Rock hatten, und der vererbte sich noch vom Großvater auf den Vater und vom Vater auf den Sohn und dann wurde er noch einmal umgewendet und gab noch ein paar Hosen für den Enkel. Jetzt legen wir einen Anzug einfach weg, wenn er uns nicht mehr gefällt, weil wir uns in den letzten 150 Jahren allerhand mehr ausgedacht haben.

Früher dachten wir hauptsächlich vom hinteren Teil des Gehirnes aus, wie es der Dichter mit den Worten verbildlichte: „Der Zopf, der bleibt ihm hinten.“ Aber auch der Zopf fiel in neuerer Zeit. Sogar der Chinese hat ihn sich abgeschnitten, obwohl er seit Jahrtausenden daran hing. Heute denken wir zu einem kleinen Teil auch schon mit dem Stirnhirn und zu einem noch kleineren Teil auch schon mit den auf der Grenze zwischen dem Stirn- und Scheitelhirn liegenden Gehirnteilen.

Aber alles zusammengenommen, haben wir doch erst einen bescheidenen Anfang in der Richtung gemacht, dass der Mensch begreift, dass er nicht mehr ein Muskelmensch, sondern ein Geistesmensch ist, der durch den Gebrauch seiner Geisteskräfte und seiner Gehirnkräfte, die unerschöpflich sind, während seines Erdendaseins alles erzielen kann. Indessen, welch ein Glück, dass wir wenigstens auf dem Weg sind!


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"Mély gondolatok csak olyan formából származhatnak, melyben mély lélegzet mûködik. A rövid lélegzet izgultságot és idegességet nyilvánít ki."
Dr. O.Z.A. Hanish