Tralala-Übung

Tralala, Tralala, Lalalala-Lalalala,
Tralala, Tralala, Lalalala-Lalalala,
Lalalala-Lalalala,
Lalalala-Lalalala,
Lalalala-Lalalala.

Zu diesem einfachen Text bedienen wir uns einer sehr lebhaften und aufmunternden Melodie. Wir können uns auch einen anderen Text und eine andere Melodie wählen, werden aber kaum etwas Einfacheres und Wirksameres ausfindig machen.

Der Text besteht nur aus den beiden Silben Tra und La, die allerdings mehr in sich haben, als es uns anfänglich scheint, weil die entgegengesetzte Zungenstellung bei den beiden Silben unterschiedliche Wirkungen hervorruft. Außerdem erfasst jeder den Text sofort, gleichviel welche Sprache er spricht, so dass es bei gemeinschaftlichen Übungen nicht darauf ankommt, ob die Teilnehmer Amerikaner, Deutsche, Engländer, Franzosen, Holländer, Italiener, Russen oder Tschechen sind. Wer mit uns durch diese Übungen geht, wird eines Sinnes mit uns und kann mit uns denselben Gedankenlauf denken. Wir begreifen uns dann gegenseitig besser und können uns über die schwierigsten Dinge unterhalten und verständigen.

Uns ist es aber gerade darum zu tun, dass die Mazdaznan-Drüsenübungen soviel wie möglich international werden, und diese Übungen fördern den Internationalismus, weil sie das Denkenswesen erweitern, so dass wir uns von den äußerlichen Kleinigkeiten des Lebens und von allem, was um uns herum vor sich geht, nicht mehr aus dem Gleis bringen lassen. Sobald wir anfangen, international zu denken, fangen wir auch bald an, universell zu denken, wie es der Zeitgeist von uns erwartet, der mit aller Macht vorwärts drängt.

Während bei dem „Tra“ die Zungenspitze in der Nähe der vorderen Zähne vibriert, legen wir sie bei dem „La“ soweit wie möglich zurück, als wollten wir sie verschlucken, und betonen jeweils noch das erste „La“. Durch diese entgegengesetzte Bewegung nach rückwärts führt die Zunge einen Stoß gegen den oberen Teil des Gaumens, über dem der Hirnanhang liegt. Der Hirnanhang ist die Zentraldrüse des Gehirnes, die vom unteren Teil des Gehirnes aus allmählich das ganze Gehirn kontrolliert. Je kräftiger die Zungenspitze an den oberen Teil des Gaumens schlägt, umso mehr verbreiten sich die Schwingungen des Hirnanhangs über das ganze Gehirn und schließlich durch den ganzen Körper bis in die Finger- und Zehenspitzen. Dann denken wir durchdringender und nicht mehr oberflächlich, sehen schärfer und klarer, hören deutlicher und vermeiden Missverständnisse, Fehlgriffe und Irrtümer aller Art.

1. Abschnitt

Brust-Übung

Wir nehmen die Sitzende Stellung ein, heben und halten die Brust hoch und setzen Bewegungen hinzu, beklopfen oder betupfen zunächst die oberen Teile der Brust leicht und federnd mit den Fingerspitzen beider Hände im Rhythmus der Melodie während der zwei ersten, mit „Tralala“ beginnenden Zeilen, Während der 3. Zeile der Melodie frottieren die Finger und Daumen beider Hände anfänglich die oberen Teile und nach und nach auch die übrigen Teile der Brust, so dass der ganze Körper bewegt und erschüttert wird. Wir übertreiben nicht und spannen uns dabei auch nicht, sind aber der Worte der Schrift eingedenk: „Was da geschüttelt werden kann, das soll gerüttelt werden.“ Die Fingerspitzen dringen rollend und drückend tief in die Rippen-Zwischenräume hinein, als wollten sie in den Brustkorb hineingreifen. Aber alles geschieht so locker, dass sich gleichzeitig mit den Fingerspitzen die Hände, Arme und Schulterblätter mitbewegen. Auch der Hals ist locker, so dass der Kopf von selbst mitgeht, also nicht besonders geschüttelt zu werden braucht.

Die richtige Bewegung der Fingerspitzen lernen wir nach und nach durch das Üben, weil jeder seine individuellen Besonderheiten dabei anbringt und auch anbringen soll. Was wir über die Übungen gesagt bekommen, gibt sowieso nicht den Ausschlag, sondern das, was wir selbst bei den Übungen erfahren, ist das Belebende und Wirksame. Deshalb dehnen wir auch die Übungen nicht zu lange aus, damit die Natur Gelegenheit bekommt, das ihrige auszuwirken.

Wir werden also die Übung von selbst immer vielseitiger gestalten, ähnlich wie ein Künstler dasselbe Stück immer wieder spielen kann und ihm jedesmal eine besondere Note, eine besondere Auslegung gibt. Zunächst zielen die Fingerspitzen beim Beklopfen und Betupfen auf die oberen Teile des Brustkorbes, dann beklopfen sie den ganzen Brustkorb, damit alles vibriert, erschüttert, durchwirkt, durchschüttelt und durchrüttelt und das Leben in allen Teilen reger wird. Dabei beklopfen und betupfen wir die rechte Brustseite immer etwas mehr und etwas kräftiger als die linke. Nach dem Beklopfen und Betupfen wühlen wir dann in die Rippenzwischenräume hinein und graben die Fingerspitzen auch in die Vertiefungen an den Schlüsselbeinen. Selbst am Hals können wir aufwärts und abwärts frottieren.

Obwohl wir beim Beklopfen der Brust kräftig ausholen, fühlen wir die Aufschläge kaum, weil die Schläge federnd geführt werden. Denn beim Ausholen zum Schlag strecken wir nur die Muskeln vom Oberarm bis zu den Ellenbogen und gleichzeitig in entgegengesetzter Richtung die Muskeln von den Fingerspitzen nach den Ellenbogen zu, machen also gleichzeitig eine Doppelbewegung. Dann liegt zwar eine große Kraft im Schlag, aber er schmerzt nicht und gerade diese Art des Schlagens macht den Weg für den Magnetismus frei. Durch das Beklopfen und Betupfen kommt das Elektrisch-Erwärmende auf und durch das frottierende Wühlen das Magnetisch-Kühlende und die daraus entspringenden Ausgleichungen bewirken die Belebung der Drüsen.

Wenn wir die Übung mit Lust und Liebe machen, übernehmen wir uns dabei nie und werden ihrer auch nicht müde. Denn wir finden immer wieder neue Hand- und Fingerstellungen, Armbewegungen und Kunstgriffe und erzielen dadurch immer größere Ausgleichungen. Schon nach einigen Minuten der Übung fühlen wir uns wohler und spüren ein gewisses Ziehen und Wehen bis in die Fingerspitzen und Zehen als die Folge der Ausgleichungen zwischen Elektrismus und Magnetismus. Schon dieses körperliche Wohlbefinden allein wäre ja ein großer Gewinn.

Aber nach einiger Zeit werden wir uns gewahr, dass wir auch geistig weiterschreiten und dass eine Entwicklung in uns vor sich geht. Es kommt uns nämlich von Zeit zu Zeit ein neuer Gedanke mit wertvollen Weisungen, die wir im Alltag anbringen können und die uns erfolgreich machen. Das kommt uns immer mehr zum Bewusstsein. Je konzentrierter und religiöser wir die Übungen machen und jede Bewegung mit dem Gedanken verfolgen, um so mehr Offenbarungen und Segnungen werden uns. Eine gewisse Helligkeit scheint um uns zu entstehen, wir scheinen uns selbst geklärter auszusehen und scheinen mehr Klarheit zu verbreiten, unser Denkenswesen erweitert sich, weil es für die Offenbarungen empfänglicher wird, die das Gesinn in der Zirbel aus dem Herzen empfängt. Dann sehen wir selbst auf Gebieten, auf denen wir schon arbeiteten, neue und größere Möglichkeiten und was uns noch teilweise verschleiert war, wird uns nun klar. Im weiteren Verlauf der Übungen erwachen auch solche Gehirnzellen, die noch völlig geschlummert hatten, und dann begreifen wir Dinge, die uns bisher völlig unverständlich waren, und dürfen etwas Neues unternehmen, weil wir uns nun in die neue Richtung leicht und schnell hineinarbeiten.

Je mehr Gehirnzellen erwachen, umso regsamer und leistungsfähiger werden die Organe im Körper. Sie verfeinern sich, erzeugen neuartige Potenzen, die schließlich wieder dem Gehirn zugute kommen, und so wird uns das Wunder im Menschenwesen offenbar, dass eine ununterbrochene Wechselwirkung zwischen Gehirn und Organen besteht und wir demnach in unserem Körper ein Werkzeug haben, das unbegrenzt brauchbar ist.

Das Hauptaugenmerk bei dieser Übung gilt den oberen Lungenteilen. Je freiheitlicher diese wirken können, um so mehr ziehen sie von den in der Luft enthaltenen Elementen, Ätherwellen, Atomen, Molekülen und von all dem anderen, was schon einen gewissen Entwicklungsgrad erreicht hat, an sich und geben es an die Lungenfelle zur Verarbeitung, Verwertung oder Umwandlung weiter. Je vollständiger und vollkommener diese Konvertierung oder Umwandlung in den Lungenfellen vor sich geht, um so vollkommener wird das Venenblut im Herzen in Arterienblut übergeführt, um so mehr erweitert sich das magnetische Feld im Blut oder die Ätherstoff-Atmosphäre um die Blutkörper, um so sicherer werden Fremdstoffe aus dem Blut ausgeschieden und um so mehr Belebungsstoffe kann das Blut aufnehmen und mit sich tragen zwecks Erweiterung der organischen und schließlich auch der Gehirntätigkeit.

Der Durchschnittsmensch leidet infolge seiner unnatürlichen Lebensweise Mangel an diesen Belebungsstoffen im Blut, so dass er sich wohl noch körperlich auswächst, aber geistig stehen bleibt und sich nur auf sein Gedächtnisvermögen, soweit es rege ist, verlassen kann. Alles, was er durchgemacht, erfahren oder sich angelernt hat und daher in den Bereich seines Gedächtnisses fällt, kann er sich wiederholen, aber einen selbständigen, neuen, erweiterten Gedanken kann er nicht fassen. Die Intelligenz der Gedächtniszelle vermag zwar nicht zwischen Recht und Unrecht, Gut und Besser, Hoch und Niedrig zu unterscheiden, aber die Zelle ist ein ungeheurer Stapelplatz für alles, was dem Bereich unserer Sinne zugänglich ist. Sie bietet Raum für die politischen Programme aller Zeiten, für alle Katechismen, Bibelstellen, Philosophiesysteme, Theologiesysteme, Diät- Reform- und Reformationsideen, für alle Kunstideen, für alles Objektive, das die Sinne wahrnehmen können, für alle Ereignisse und Erlebnisse zwischen Geburt und Tod aller Menschen. Alles das bewahrt die winzig kleine Gedächtniszelle im Gehirn für uns auf und die Intelligenz der Zelle präsentiert es uns, sobald wir an sie appellieren.

Nun liegen außer dieser Gedächtniszelle aber Tausende von Zellen in unserem Gehirn, von denen jede einen riesigen Bereich der Unendlichkeit kontrolliert, so dass wir begreifen, dass wir möglichst viele davon rege machen müssen, weil wir einsehen, dass eine neue Zeit da ist, die neue Gedankengänge von uns fordert, so dass wir selbst mit den vollkommensten Wiederholungen unseres Gedächtniswissens der neuen Zeit nicht mehr gerecht werden können. Unsere Entwicklung zu erweiterndem Denken könnte viel weiter sein; aber durch unsere unnatürliche Lebensweise ist sie stecken geblieben. Nun drängt uns der Zeitgeist, unsere stecken gebliebene Entwicklung wieder in Gang zu bringen, damit wir allmählich wieder in eine menschenwürdige Stellung einrücken, wie sie uns seit Ewigkeit zukommt. Alles Schul-, Bildungs- und Erziehungswesen, von der Grundschule bis zur Hochschule, die Universität eingeschlossen, hat den Menschen nicht das gebracht und kann es ihnen auch nicht bringen, sondern hat weiter nichts vollbracht, als das Gedächtniswissen einseitig erweitert. An uns selbst liegt es nun, ob wir in dieser Richtung weitergehen oder anfangen wollen, unseren eigenen Gedanken zu denken und ihn beständig zu erweitern.

Soweit wir die Drüsenübungen aufgenommen haben, haben wir uns auch schon entschieden. Nun dürfen wir aber nicht nachlassen, sondern müssen immer weiterarbeiten und uns täglich weiterüben, damit wir uns das tägliche Leben erleichtern und uns nach und nach alles wird, was uns seit Ewigkeit zugedacht ist. Ideen und Meinungen bringen uns nicht weiter, wohl aber das selbständige, originelle Denken, vermittels dessen wir uns unseres Zieles bewusst werden, nicht nachzulassen, sondern immer weitere Talente auszugraben und sie zu verwerten.

Daher wollen wir der Drüsenübungen nie müde werden, weil sie vieles innehalten, wie uns auch jetzt schon bei dieser Übung klar wird, obwohl wir uns ihre Wirkungen erst zu einem kleinen Teil vergegenwärtigt haben, soweit sie mit dem Beklopfen und Frottieren der Brust in Verbindung stehen. Wenigstens je 10 Minuten morgens und abends sollten wir sie regelmäßig vornehmen und dann tagsüber noch nach Möglichkeit. Erst achten wir dabei auf das vollständige Ausatmen, dann auf den Rhythmus und schließlich setzen wir das Originelle hinzu, um immer tiefer in das Wesen der Übung einzudringen und immer größeren Gewinn daraus zu ziehen. Je lebhafter wir die Übung machen, umso rascher setzt die Belebung ein.

Schon nach kurzer Übungszeit erkennen wir, dass das Beklopfen und Frottieren der Brust unmittelbar auf die Lungen wirkt und die Lungentätigkeit erweitert. Da wir aber schließlich den ganzen Brustkorb beklopfen und frottieren und sogar den Hals einbeziehen, beleben sich auch die Brustbein- und die Schilddrüse von selbst und weil wir dazu noch singen, wirken die Schwingungen sogar bis in die Zirbeldrüse. Das Singen ist wesentlich, weil uns der Gesang die innere Massage gibt, die die äußere Massage mit den Fingern ergänzt, und weil die Drüsen nur unter dem Druck der äußeren und der inneren Massage ihre äußeren Sekretionen an die graue Materie zur Belebung der Gehirnzellen abgeben.

Vibrieren die Brustbein-, die Schild- und die Zirbeldrüse, dann lockern sich auch die Muskeln und Sehnen des Brustkorbes und schließlich erzittert bei unserer Übung unser ganzes Wesen. Je mehr unser ganzer Körper in sich vibriert oder erzittert, um so harmonischer sind unsere Bewegungen, um so leichter ist unser Gang und um so länger leben wir. Wer schwer auftritt, lebt nicht lange; wer lange lebt, geht leichten Schrittes. Wer schwer geht, schleppt sein Körpergewicht und dann schwächen sich die Gelenke und das Zellengewebe. Je mehr unser Körper in sich selbst vibriert oder erzittert, um so eher erwachen die Gehirnintelligenzen und werden empfänglich für die Vibrationen der Zirbeldrüse und umso mehr erweitert sich unser Denkenswesen. Ein anderer Weg, es zu erweitern, ist undenkbar.

Sobald uns durch die Übungen etwas offenbar geworden ist, müssen wir sogleich Gebrauch davon machen, es durchführen und uns dadurch die Richtigkeit beweisen, dürfen es also nicht nur im Gedächtnis mit uns herumtragen und uns damit begnügen, dass wir uns beständig wiederholen: „Mazdaznan ist doch eine wunderbare Lehre! Da ist eine Gedankentiefe drin, die man nicht ausdenken kann; das muss man anerkennen! Aber freilich, ich als Wissenschaftler, Professor, Gelehrter, Staatsbeamter, Präsident, Bischof, Geistlicher, Pfarrer, Kirchendiener, Fürst, Herzog, Graf, Multimillionär, Milliardär, Generaldirektor, Aufsichtsratsvorsitzender, Parteivorstand, Abgeordneter kann das doch nicht machen! Was würden da meinesgleichen über mich sagen, wenn ich Drüsenübungen machte, die „Liebesquelle“, „Lass ihn dort“, „Lass dein Sorgen“ und nun gar „Tralala“! Es ist alles gut bei Mazdaznan; aber diese Übungen, nein, die mache ich nicht! Das sind ja Kindergarten-Übungen!“

Alle, die so denken, haben nur einen Kindergedanken, immer noch nur das Denkenswesen eines Kindes, können nicht weiter denken und nicht tiefer blicken. Aber sich in die Freimaurerei einführen zu lassen, erscheint ihnen richtig und wertvoll, obwohl es sich dabei auch nur um ein Ritual handelt. Das, was sie wirklich frei machen und wieder auf den Weg der Entwicklung bringen könnte, wollen sie noch lächerlich machen, obwohl sie doch selbst als Freimaurer, Professoren, Gelehrte, Doktoren, Richter, Politiker, Direktoren und Geistliche anerkennen müssen, dass wir üben müssen, wenn wir in irgend einer Kunst Meister werden wollen.

Wenn wir vom Weg abgekommen und in einen Sumpf geraten sind, müssen wir manchen Schritt tun, den wir sonst nicht nötig gehabt hätten, und haben wir uns einmal das Ziel gesetzt: „Heraus aus dem Sumpf! Der Freiheit und dem Aufstieg entgegen!“, dann haben wir unsere Wahl getroffen und dann sind der Weg und seine Richtung vorgezeichnet und die Willkür hört auf. Selbst die Gottheit tut doch alles, was nötig ist, nachdem sie sich einmal ein Ziel gesetzt hat, und sagt nie: „Dies und das ist unter meiner Würde!“

Also dürfen auch wir uns nie zurückhalten lassen und nie seitwärts treten, sondern müssen das Ziel verfolgen, das wir für richtig anerkannt und uns gesetzt haben. Deshalb üben wir weiter im unerschütterlichen Glauben des Erfolgs.

2. Abschnitt

Schulter-Übung

Nachdem wir die Brustübung eine Zeitlang durchgeführt haben, widmen wir uns der Schulter-Übung, die im Wesentlichen den Verdauungsorganen zugute kommt.

Bei der Schulterübung beklopfen oder betupfen die Fingerspitzen die Achseln, den ganzen Schultergürtel und über die Schultern hinweg die Schulterblätter, den Hals bis zum 7. Halswirbel, die Gegend zwischen den Schulterblättern und weiter an den Wirbeln des Rückgrates hinunter, so weit wir nur können, bis die Fingerspitzen leicht und mühelos den 7. Brustwirbel erreichen. Soviel wie möglich sollten immer die Fingerspitzen auf den Körper aufschlagen, auch beim Beklopfen der Schultergegend. Wir können die Schultergegend auch gleichzeitig mit beiden Händen beklopfen, werden aber bald ausfindig machen, dass wir am Rückgrat weiter hinunterreichen, wenn die Hände abwechselnd im Rhythmus der Melodie klopfen. Je leichter die Hände die Gegend zwischen dem 7. Hals- und 7. Brustwirbel erreichen, umso leichter halten die Muskeln das Herz in seiner richtigen Lage.

All dieses Klopfen oder Betupfen vollzieht sich während der ersten beiden mit „Tralala“ beginnenden Zeilen der Melodie. Mit Beginn der dritten Zeile beklopfen, betupfen oder frottieren die abgespreizten Daumen beider Hände die Oberarme, und zwar an der weichen, etwas vertieften Stelle, unter der die Oberarm-Muskeln zusammenlaufen und die wir sehr bald ausfindig machen, weil sie sich schon bei ganz leichtem Betupfen mit dem Daumen durch große Empfindlichkeit, ja, Schmerzhaftigkeit bemerkbar macht und dadurch anzeigt, dass die Verdauungsorgane leiden.

Schon wenn die Daumen in diese empfindliche Stelle der Oberarme hineinfrottieren, fühlen wir einen Gegendruck im Leib und werden uns sehr bald bewusst, dass die Bauchspeicheldrüse der entgegengesetzte Pol zu den Nerven dieser Stelle und der Schultergegend ist. Schon nach wenigen Minuten der Übung spüren wir, dass die Bauchspeicheldrüse regsamer wird und wir uns wohler fühlen, weil sie infolge der größeren Regsamkeit ihre Elemente an die Verdauungsorgane abgibt. Manchmal bekommen die Oberarme an den Einschlagstellen der Daumen blaue Flecken, die uns den Ernst der Lage in den Verdauungsorganen verbildlichen. Aber schon nach kurzer Zeit verschwinden die Flecken mitsamt der Empfindlichkeit, nachdem sie allerlei Farbschattierungen durchlaufen haben. Das deutet dann auf die zunehmende Ordnung in den Verdauungsorganen hin.

In Wirklichkeit gibt es keine Magen-, Leber- oder Eingeweide-Krankheiten. Was wir dafür ansprechen, sind nur Folgeerscheinungen davon, dass die Bauchspeicheldrüse zu wenig Elemente in die Verdauungsorgane liefert. Sobald dieser Mangel abgestellt wird und die Verdauungsorgane mehr Elemente aus der Bauchspeicheldrüse zugeführt bekommen, arbeiten sie wieder normal und alle Krankheitserscheinungen hören auf.

Deshalb hängt alles davon ab, dass wir die Bauchspeicheldrüse anregen, mehr Elemente herzustellen und abzugeben. Da sie teils hinter, teils unter dem Magen liegt, können wir sie mit Klopfmassage von außen nicht erreichen, können aber die Stellen beklopfen und frottieren, an denen die Nervenenden der Bauchspeicheldrüse an die Körperoberfläche treten, von wo aus die Schwingungen durch die Nerven an die Bauchspeicheldrüse weitergeleitet werden. Zu diesem Zwecke nehmen wir die Schulterübung vor, die zwar unmittelbar den Verdauungsorganen zugute kommt, aber mittelbar, sobald diese natürlich arbeiten, auch unsere geistige Entwicklung fördert, weil sich die körperliche und die geistige Entwicklung gegenseitig fördern.

Sobald sich durch die Vermittlung der Bauchspeicheldrüse das Körperliche bestärkt und die Verdauung sich naturgemäß vollzieht, erwachen zuerst die Intelligenzen der Verdauungsorgane, befreien sich von allen Hemmungen und Hindernissen und stellen sogleich wieder ihre positiven Dienste zur Verfügung, damit keine Verdauungsstörungen mehr auftreten. Sobald diese Intelligenzen positiv eingestellt sind, erfüllen sie selbstbewusst ihre individuelle Aufgabe und wir brauchen dann nicht viel darüber nachzudenken, welche Speisen uns zukommen und welche nicht. Wir verlieren also nicht mehr soviel Zeit mit der Aufstellung unseres Speisezettels, weil uns der Eingebungssinn Mittel und Wege erkennen lässt, wie wir uns normalisieren können.

Um diese Normalisierung handelt es sich jetzt für einen jeden von uns, damit ein jeder während seines Erdendaseins das vorgesteckte Ziel erreicht und der Segnungen teilhaftig wird, die ihm von Natur aus zukommen. Schon die Schrift sagt es uns, wozu wir als Menschen berufen sind: „Ihr seid ein königliches Volk, ein Volk des Eigentums, ein Volk Gottes!“ Das Königtum hängt aber nicht von einem Hermelinmantel und einer goldenen Krone ab; sondern König ist ein Mensch, der die Macht und die Kontrolle über seine Umgebung, über alles das hat, was weniger ist als er selbst und daher einer Herrschaft oder Leitung bedarf. Das sind die Mächte und Kräfte der Natur, und zwar zuerst, soweit sie in unserem eignen Körper wirksam sind. Königtum bedeutet also keine Herrschaft über Menschen, weil jeder Mensch ein König in seinem Reiche ist oder doch sein sollte.

Das Königtum beginnt also mit der völligen Herrschaft oder Kontrolle über den Körper und seine Organe. Bei den Zarathustriern suchte man das schon den Achtjährigen bewusst zu machen, indem man sie während einer feierlichen Handlung auf einem Thron Platz nehmen ließ, ihnen eine Königskrone aufs Haupt setzte und ihnen die Prinzipien einer reinen Lebensweise vor Augen stellte, so dass schon die Achtjährigen auf sich selbst achteten, dass sie die Reinheit darstellten.

Aber heute entwickelt die Jugend schon im Kindesalter Krankheiten und beweist dadurch, dass ihr Selbstkontrolle, Selbstverantwortung und Selbstzucht fehlen. Es ist also kein Wunder, wenn die Völker heute, anstatt ein Volk von Königen darzustellen, das Bettelwesen, das Krankenwesen und das Verbrechertum großziehen. Die Menschen müssen wieder dazu angehalten werden, sich selbst in Zucht zu nehmen, damit sie vor allem die Herrschaft und Kontrolle über den eignen Körper wiedererlangen; alles andere kommt dann von selbst.

Wenn wir uns bei der Schulterübung einigermaßen beobachten, spüren wir bald schon während der Übung starke Schwingungen in den Verdauungsorganen, die sich zur Bauchspeicheldrüse hinziehen und diese veranlassen, ihre Elemente zu ergießen. Dann beginnt sofort die positive Wirksamkeit der Verdauungsorgane, indem sie uns zu allererst vor allem warnen, was uns nicht bekommen würde, und mit der Zeit uns alles sagen, was wir zu dieser oder jener Zeit oder in diesem oder jenem Zustand nötig haben, was sie bestärkt und normalisiert, bis die Organe schließlich in Verbindung mit der Eingebung und dem Denkenswesen im unteren Teil des Stirnhirnes kommen.

Die Eingebung liegt seitwärts des Selbsterhaltungstriebes. Stehen beide mit dem Denkenswesen in harmonischer Verbindung, so wird uns alles bewusst und klar, was zu unserer Selbsterhaltung notwendig ist. Dann brauchen wir nicht mehr zu theoretisieren, zu kalorisieren, zu vitaminisieren und uns andere Rätsel über die Ernährungsfrage aufzugeben. Denn unsere Eingebung ist unser sicherer Führer geworden.

3. Abschnitt

Nieren-Übung

Bei der Nierenübung benutzen wir die Fäuste, setzen sie in die beiden Gruben der Nierengegend auf dem Rücken, rollen sie in den Handgelenken, bohren sie immer tiefer hinein und wühlen förmlich mit den Fäusten darin, während wir die ersten beiden Zeilen der Melodie singen. Während der dritten Zeile schütteln und rütteln wir die Fäuste, damit die Schwingungen den ganzen Körper durchzittern. Am Ende der Übung dehnen wir das letzte „La“ und bringen zuletzt das Ein- und Ausatmen an, atmen zuletzt lang aus, bis wir nicht weiter ausatmen können und stoßen dann doch noch dreimal aus: „Und alles ist gut!“ Dann ordnet sich alles an seinen Platz und wir bekommen ein freies Gefühl.

Dies üben wir täglich früh und abends wenigstens 1 Minute lang. Stehend hat die Übung noch größere Wirkung als sitzend, weil sich der Körper, wenn wir stehen, freiheitlicher erzittern und erschüttern kann. Machen wir die Übung sitzend, dann können wir allmählich auch kleine Bewegungen mit den Füßen machen, während die Fäuste die Nieren bearbeiten. Wir können die Übung aber auch in allen möglichen anderen Stellungen machen, z. B. vorwärts gebeugt, kniend, mit dem Kopf am Boden, links und rechts gebeugt, auf dem Bauch liegend und dergleichen mehr.

Tauchen anfänglich nach der Übung Schwächen auf, dann lassen wir auf das Durchschütteln und Durchrütteln noch sanfte kreisende Bewegungen in der Nierengegend folgen, und zwar nach den Schulterblättern zu. Erst kreisen wir die Hände, dann streichen wir leicht nach oben und am Ende führen wir die Hände mit kräftigen Strichen von den Schulterblättern her abwärts. Haben wir das sechsmal hintereinander durchgeführt, erst kreisen, dann aufwärts streichen und dann kräftig abwärts streichen, so können wir schon leichter und tiefer aufatmen und bekommen das Gefühl, als ziehe sich die Brust nach oben. Das ist ein Zeichen, dass sich innerlich alles bestärkt und zu ordnen beginnt.

Wenn die Fäuste unmittelbar auf die Haut gesetzt werden, empfiehlt es sich, sie mit etwas mentholierter Salbe oder Creme zu benetzen, weil Menthol kühlend wirkt und wir dann umso kräftiger reiben können.

Das lange Ausatmen am Schluss ist bei dieser Übung besonders nötig, weil wir uns anfänglich eine Weile nach der Übung leicht ermüdet fühlen, obwohl sich die Nebennieren bestärkt haben. Das Ermüdungsgefühl kommt daher, dass die Nieren und die Nebennieren eine derartige Erschütterung und Durchrüttelung nicht gewöhnt sind. Manchmal geht die Ermüdung sogar so weit, dass wir Schmerzen oder auch eine Art Lähmung in den Oberarmen fühlen. Wenn wir aber am Schluss nie vergessen, sechs- oder siebenmal hintereinander lang ein- und auszuatmen, dann legt und ordnet sich alles von selbst, alles wird locker, lose, entspannt und die Müdigkeit verschwindet.

Sobald sich die Nebennieren durch die Übung belebt haben, hört alles Klagen von selbst auf. Denn wenn die Nebennieren rege sind, ihre Elemente an das Blut abgeben und ihre Potenzen verteilen, wird uns Gesundheit, Stärke, Kraft, Ausdauer und Verlängerung des Lebens; wir tragen uns leicht aufrecht, der Körper ist in jeder Beziehung beweglich, wir sind geweckt, zu jeder Arbeit aufgelegt, wie schwer sie auch erscheint; wir lassen uns durch nichts zurückhalten, schrecken vor nichts zurück und kennen keine Angst vor irgend etwas.

Wenn aber die Nebennieren erschlaffen, werden die Nieren geschwächt und wir beginnen zu altern. Wir mögen noch stattlich und stark aussehen, sind aber doch schwach und haben keine Ausdauer mehr. Dann greifen wir zu Anregungsmitteln, z. B. zu Kaffee, erzielen damit auch für eine gewisse Zeit einen gewissen Anreiz der Nebennieren. Sobald der Anreiz nachlässt, vermehren oder verstärken wir das Reizmittel, bis die Reservekräfte der Nebennieren vollständig erschöpft sind. Dann folgen Krankheiten Schlag auf Schlag und der Körper verfällt zu einer Ruine.

Manche Temperamente können durch das Aufwirbeln und Durchrütteln der Nebennieren wirklich bis ins Tiefste erschüttert werden, so dass alle möglichen Schwachheiten zu Tage treten, weil die innere Ordnung im Organwesen völlig gestört ist. Solche Temperamente haben die Durchrüttelung der Nebennieren aber erst recht nötig, müssen das Durchrütteln aber selbst besorgen und je gründlicher sie es selbst besorgen, umso rascher sehen sie Erfolge. Bei der Selbstbehandlung bringt die eigene Einwirkung die Auswirkung des Inneren zum Vorschein. Durch die natürliche Einwirkung von außen tritt von innen die Auswirkung des Geistes hervor und dann werden wir uns über viele Dinge klar, die uns seither verschlossen waren.

Was für Leiden uns auch befallen mögen, so behebt sich doch alles durch die Belebung und Bestärkung der Nebennieren, weil dadurch unsere Widerstandskraft immer wieder wächst, so dass wir uns weitertragen, wenigstens weiterschleppen ohne Rücksicht auf den Zustand der anderen Organe. Daher können wir uns mit der Nierenübung immer noch über Wasser halten. Es können ja Magen, Leber, Eingeweide verfaulen, überhaupt alles andere krank sein, so bleiben wir doch hier, solange die Nebennieren arbeiten. Sie allein stellen 20 oder mehr neue Elemente her, die sich zwar zunächst in das Blut ergießen, aber vermittels des Blutkreislaufs die verschiedensten Wirkungen in allen Organen auslösen. Selbst wenn die Lungen auf ein Zehntel ihres Umfanges zusammengeschrumpft sind, können wir noch 30 Jahre weiterleben und uns trotz eines Krebses noch 40 Jahre am Leben erhalten, solange die Nebennieren weiterarbeiten.

In solchen chronischen Fällen müssen wir die Übung täglich früh und abends machen, sogar schon morgens im Bett und außerdem in allen möglichen Körperstellungen. Haben wir schon so eine Art Nierenleiden, das sich plötzlich bemerkbar macht, dann üben wir nicht nur 1 Minute, sondern gleich eine halbe Stunde, weil wir alles durch und durch rütteln müssen, bis der Blutlauf die befremdlichen Teile weggeführt hat. In Wirklichkeit hat es nur am genügenden Blutumlauf in den Nieren und Nebennieren gefehlt.

Überhaupt wenn irgendwo im Körper so etwas wie ein Schmerz oder Krampf oder eine Starrheit eintritt, die Gesichtsmuskeln hart oder gespannt werden, sich ein Nerven- oder Muskelschmerz einstellt, bearbeiten wir einfach den betreffenden Körperteil, die Wangen, den Arm, den Fuß, das Knie, die Knöchel im Rhythmus unserer Melodie, schütteln, rütteln, klopfen, hämmern, drücken und frottieren mit den Fingerspitzen, mit der Hand, mit der Faust solange, bis alles wieder normal ist.

Wenn die Handknöchel schmerzen, drehen wir die Hände im Handgelenk während der ersten zwei Zeilen der Melodie ganz locker und entspannt, als wollten wir die Hände von uns werfen, und drücken während der dritten Zeile der Melodie mit Hilfe der andern Hand kräftig am Puls und schütteln die Hände im Rhythmus der Melodie. Der verbesserte Blutumlauf zieht in kurzer Zeit den Schmerz ab und in einer halben Stunde ist alles in Ordnung.

Wenn in den Händen und Fingern schon Verkalkungen eingetreten sind, müssen wir den Kalk auflösen, indem wir die Stellen in heißes Wasser tauchen. Das Wasser muss so heiß sein, dass es die Hände nur einen Augenblick darin aushalten; je schneller wir sie eintauchen, umso weniger fühlen wir die Hitze. Nach dem Abtrocknen reiben wir etwas mentholierte Salbe oder Creme in die Haut ein, und zwar von den Fingerspitzen nach dem Körper zu. Alles weitere bringt die Übung mit sich, so dass wir uns nicht mit „Wenn“ und „Aber“ herumzuschlagen brauchen.

Je mehr sich die Nebennieren bestärken, umso besser entwickelt sich das ganze Organwesen, vor allem auch der Geruchs-, Spür- oder Witterungssinn und das Denkenswesen. Dadurch wird uns der Weg gewiesen, wie wir allmählich durch dieses und jenes zur Gesundheit und zum Fortschritt gelangen. Wo aber das Denkenswesen schwach ist, nutzen nicht einmal die besten Beweisgründe etwas, die uns vorgeführt werden.

Daher kommt es auch, dass es so leicht ist, in einer Versammlung von Gleichgesinnten zu sprechen. Da brauchen wir keine Vorbereitungen, keine Vorworte, keine weitläufigen Auseinandersetzungen; sondern wir sprechen nur einen Gedanken aus und die refraktiven Gedankenwellen locken alles mit der größten Leichtigkeit hervor, ob es sich um die Entwicklungsprozesse rückwärts bis zum Affen oder bis zum See-Urtierchen handelt, das man 800.000mal vergrößern muss, bevor man etwas von seiner grauen Materie sieht, die sein Intelligenzwesen birgt und es ihm ermöglicht, sich eine kelchartige Wohnung zu bauen und einen Weideplatz für den zu erwartenden Familienzuwachs anzulegen, noch bevor sich dieser verwirklicht. Sobald aber Fremde aller Konfessionen und Graduierungen zugegen sind, ist es schwer, alle zufrieden zu stellen wegen des unterschiedlich entwickelten Denkenswesens.

Schon nach einigen Tagen der Übung fällt uns so manches leichter und so manches begreifen wir, was wir uns früher nicht erklären konnten. Wie viel mehr wird das ausmachen, wenn wir uns täglich regelmäßig üben. Wenn wir zunächst auch weiter nichts erreichten, als dass ein Organ nach dem andern in sich besser und dann in Harmonie mit den andern Organen arbeitete, so wäre das schon ein großer Gewinn. Haben wir aber das erzielt, dann können wir voraussehen, dass wir uns nach einem Jahr geistig weiterentwickelt haben, indem wir nun unseren eigenen, individuellen, originellen Gedanken denken.

Wir persönlich hatten nie Schule in der heute üblichen Art; sondern wir wurden zu unseren Übungen angeleitet und angehalten und der Lehrer kam und stellte sein Thema, z.B. „Wie lange würde es dauern, um auf den Neptun zu kommen?“ Dann überschlugen wir uns das Thema, während wir mit den Händen immer weiter arbeiteten. Wenn wir dann nicht weiter kamen in der Zahlenrechnung, atmeten wir mit einem Seufzer auf und sagten uns: „Ach, Herr, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn! Ich lasse dich nicht, bis mir mein Intelligenzwesen hilft, das Thema auszuarbeiten!“ War dann unsere Antwort, die wir dem Lehrer gaben, nicht richtig oder nicht erschöpfend, dann sagte er nur, dass wir noch nicht in der richtigen Verbindung mit Gott seien und uns noch mehr dem ewigwirkenden Gedanken ergeben müssten, nicht aber den vorüberziehenden Ideen. Das spornte uns zum Nach- und Ausdenken so an, dass wir nicht nachließen, bis uns das Thema vollständig klar war.

Da wird so mancher sagen: „Woher soll man aber derlei wissen, wenn man das einschlägige Studium nicht durchgemacht hat?“ Wie aber wurden alle die wissend, die ihre Erklärungen und Erläuterungen auf uns übertrugen? Wie kam es ihnen? Auf welche Art und Weise haben sich ihnen Grundwahrheiten offenbart? Wenn sich aber anderen etwas offenbaren konnte, warum denn nicht auch mir?

Sobald wir nur unseren Körper in Ordnung bringen und halten, so dass sich die Organe alle an ihren Platz setzen, ihre Aufgabe erfüllen und in Verbindung mit dem Gesinn in der Zirbel treten, kann uns das Gesinn die Offenbarungen des Herzens durch unsere Sinne und unser Denkenswesen bewusst machen.

4. Abschnitt

Ohren-Übung

Für die Ohrenübung benetzen wir beide Mittelfinger mit etwas mentholierter Creme oder Salbe und reiben und frottieren die Gegend hinter den Ohren kräftig mit den Mittelfingern im Rhythmus der Melodie. Das Menthol kühlt und verhütet, dass Hitze entsteht. Beim Massieren und Frottieren soll nie Hitze entstehen, wenn wir auf den höchsten Erfolg zielen. Wir finden mit den Fingern bald eine kleine Knochenvertiefung hinter dem Ohr, auf die wir das Reiben und Frottieren konzentrieren.

Dann setzen wir die beiden Mittelfinger, die noch genügend mentholiert sind, in die Ohren, wobei die Handteller vorwärts zeigen, und drehen sie langsam und behutsam, aber doch mit einem leichten Druck um 180 Grad, bis die Fingerspitzen das Zäpfchen fühlen und die Handteller rückwärts zeigen, also so, als wollten wir mit der mentholierten Creme oder Salbe im Gehörgang alles ausstreichen und die Wände des Gehörganges von innen nach außen drängen. Erst setzen wir die Mittelfinger in das Ohr und drängen das, was zu eng ist, soviel wie möglich zur Seite. Dann drehen wir während der beiden ersten Zeilen der Melodie die Hände langsam nach rückwärts herum, geraten dabei von selbst mit den Fingern auf den kleinen Vorsprung und setzen die Fingerspitzen nach und nach immer tiefer in den Gehörgang hinein, während wir die Hände im Rhythmus der Melodie vorwärts und rückwärts drehen. Wir nehmen absichtlich die Mittelfinger, weil sie die breitesten Finger sind, damit wir nicht zu tief in den Gehörgang hineinkommen. Bei der dritten Zeile der Melodie vibrieren und stemmen wir die Mittelfinger gegen den kleinen Vorsprung immer tiefer und kräftiger im Rhythmus der Melodie. Das wiederholen wir drei- oder viermal oder öfter.

Am Ende der Übung ziehen wir die Mittelfinger aus den Gehörgängen heraus, singen die Melodie noch einmal durch, setzen wie gewöhnlich einige lange Aus- und Einatmungen hinzu und schließen den letzten verlängerten Aushauch damit ab, dass wir noch dreimal mit verschiedener Betonung ausstoßen: „Und alles ist gut!“

Schon nach einem Versuch von einigen Minuten hören wir klarer und fühlen uns besser. Was müssen wir da mit der Übung nach einer Woche, einem Monat, einem Jahr erreichen können! Machen wir die Übung 3 Minuten lang morgens und abends und darüber hinaus noch drei- oder viermal am Tag, so muss sich jedes Gehör verbessern, weil alle Einrichtungen zum Hören in den natürlichen Zustand zurückkehren.

Wenn wir die Übung richtig gemacht und am Schluss die Finger aus den Ohren herausgezogen haben, dann scheint es uns sogar so, als ob jemand, der mit uns redet, uns laut anschreit. Die große Wirkung dieser kleinen Übung beruht darauf, dass die Vibrierungen der Gehörgänge den Hirnanhang erreichen, der ja nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit den Augen, der Nase und dem Mund in Nervenverbindung steht. Daher fühlen wir uns auch sogleich im Allgemeinen wohler durch die Übung.

Um uns über den Sachverhalt klar zu werden, brauchen wir nur den kleinen Vorsprung der Ohren mit den Mittelfingern nach außen zu drücken, so dass sich die Öffnung des Gehörganges erweitert, und mit diesem erweiterten Gehörgang das Gehör zu prüfen: wir hören viel deutlicher, klarer, durchdringender und begreifen, woran es fehlt, wenn wir nicht gut hören. Durch Krankheit, z. B. Scharlach, oder auch im Alter wird der kleine Vorsprung im Gehörgang schwach und weichlich, zieht sich dann einwärts und verengt die Öffnung des Gehörganges. Dadurch hört man schwerer. Der kleine Vorsprung sollte aber fest und hart wie Knochen sein und die Ohren sollten nicht schwerhörig werden; sondern wir sollten mit zunehmenden Jahren sogar besser hören. 87 Prozent aller Schwerhörigkeit kommt daher, dass sich dieser kleine Vorsprung einwärts zieht und die Öffnung des Gehörganges verkleinert, so dass die Tonschwingungen gehemmt oder gebrochen werden.

Man behebt also die Schwerhörigkeit nicht dadurch, dass man am Trommelfell herumarbeitet und dieses und jenes einspritzt. Was wir tun können und sollen, wenn wir nicht gut hören oder uns anstrengen müssen beim Hören, ist folgendes:

Wir machen regelmäßig abends vor dem Niederlegen die Ohrenübung. Danach stecken wir zwei bereit gehaltene Watte-Pfropfen in die Ohren hinein, so dass der kleine Vorsprung zurückgedrängt und nun durch die Watte dauernd in dieser Stellung gehalten wird und die Öffnung des Gehörganges erweitert bleibt. Des Morgens nehmen wir die Watte heraus und des Abends wiederholen wir dasselbe. Schon nach einigen Wochen gewöhnt sich der Vorsprung zurück und wird fester und wir hören bedeutend besser. Ist die Schwerhörigkeit schon chronisch geworden, dann müssen wir uns in der gleichen Weise kurmäßig behandeln, also regelmäßig für längere Zeit.

Aber das Ziel unserer Übung ist nicht, nur gerade die Schwerhörigkeit zu beseitigen. Sie beugt auch der Schwerhörigkeit vor und wer schon gut hört, hört durch die Übung besser und schärfer; die Ohren werden gespitzt auf jeden Ton und Laut. Das brauchen wir nicht nur als Musiker, Sänger oder Redner; sondern wir alle sollten ein schärferes Gehör haben, weil wir dadurch genauer im Unterscheiden überhaupt werden. Die geistige Unterscheidungsgabe erwacht und wir fangen an zu begreifen, warum man sagt, dass die Weisen das Gras wachsen hören.

Das ist nicht nur eine Redensart. Denn sobald eine Pflanze eine neue Zelle ansetzt, entsteht ein Ton, auf dem das Wachstum beruht. Es mag sein, dass solche Töne für unser Ohr nicht vernehmbar sind; das ändert aber nichts an der Tatsache, dass allem Wachstum Tonschwingungen zugrunde liegen. In den Tropen hört man das Wachsen schon deutlicher; z. B. vernimmt man im Zuckerrohr des Nachts ein ganz bestimmtes Geräusch. Man glaubt anfangs, es seien Käfer. Es ist aber der Gesang des Rohres, als wenn es sich aus sich herauszöge. Dieser Zug klingt oft wie eine Tonleiter. Die Natur ist wunderbar und lehrt uns, dass jede Pflanze, jedes Gebilde, jeder Schöpfungsgegenstand eine verkörperte Melodie ist. So begreifen wir auch, warum die heilige Ainyahita sagte: „Das Leben ist ein fortwährender, lieblicher, süßer Gesang, zu dem die Natur die Begleitung fördert.“

Wenn wir uns in einen solchen Zustand versetzen und uns darin erhalten, dann können wir gar nicht anders, als uns zu freuen und glücklich zu sein, weil uns alles, was uns in den Weg kommt, zum Besten dient. Was aber nicht für uns ist, überlassen wir einfach den anderen; wir nehmen uns nur das unsrige. Wenn wir aber mehr nehmen oder verlangen, als uns zukommt, dann beginnen die Sorgen, zunächst um uns selbst, und bald machen wir uns Sorgen um die anderen. Dann ist es kein Wunder, wenn unser Leben kein schöner Gesang, sondern ein Jammertal ist, wie die Schrift sagt.

Wenn wir denn aber schon in ein Jammertal geraten sind, müssen wir doch nicht darin verbleiben. Nicht einmal ein Tier bleibt dort, wo es das seine nicht findet, und wird doch nur von seinem Instinkt und seinem Selbsterhaltungstrieb geleitet. Wir als Menschen haben aber die freie Wahl, die Beobachtungsgabe, das Denkenswesen, den Verstand, die Vernunft, dürfen also erst recht nicht jammern und klagen. Tun wir es doch, so beweisen wir sehr wenig geistige Gewecktheit.

Sind unser Denkenswesen und unsere geistige Unterscheidungsgabe geweckt und kann der Hirnanhang seine Aufgabe erfüllen, dann brauchen wir keine Fragen zu stellen und lassen uns auch nicht ausfragen. Wenn uns selbst eine Frage auftaucht, dann lauschen wir nach innen, dass uns von da die Antwort komme. Stellt man uns Fragen, so erinnern wir uns der Worte der Schrift: „Du sollst nicht Zeugnis ablegen über deinen Nächsten!“ Ein Freund versteht uns, ohne zu fragen, und den anderen sind wir nichts schuldig. Ein geweckter Mensch lässt sich nicht ausfragen. Was ihn nichts angeht, hat er nicht gesehen, nicht gehört, ist nicht Augenzeuge davon gewesen, kann sich nicht daran erinnern und damit ist er fertig.

Aber für alles, was uns angeht, uns zum Besten dient, uns fördert, müssen wir immer feinhöriger werden. Wir erinnern uns unserer Jugendzeit, da wir mit anderen durch ödes und wüstes Land zogen und des Nachts weit draußen vor dem Lager auf Lauschposten standen. Da mussten wir oft das Ohr dicht an den Boden legen, um zu lauschen, ob vielleicht in einer Entfernung von drei bis fünf englischen Meilen ein Tritt auf dem Boden vernehmbar sei, der nicht zu den gewohnten Tritten gehörte, um das Lager vor einer etwa sich nahenden Gefahr zu warnen. Das schärfte das Ohr und ein scharfes Gehör war dazu nötig.

Unsere Ohren müssen so gespitzt werden, dass wir lernen, alles aufzufangen, was uns auf den audionischen Wellen des Weltalls zukommt. Nicht, dass wir uns das Radio gerade ersparen wollten; denn es hat uns doch verschiedenes offenbart. Vor allem haben wir durch das Radio erkannt, dass jede Ätherströmung ihren Gang geht, selbst wenn sich mehrere Strömungen schneiden, und dass selbst in der Erdatmosphäre allerhand Strömungen sind, die alle dahinziehen, ohne sich untereinander zu stören. Ebenso sind in unserem Körper allerhand Ätherströmungen, die ebenso, wie das Blut den ganzen Organismus durchströmen, eine jegliche Zelle erreichen, durchdringen und umringen, so dass jede Zelle in ihrer eignen Atmosphäre lebt und wirkt. Dennoch sind wir ein Ganzes und alle die unzähligen Welten, die die Räumlichkeit füllen, sind ein Ganzes und wir sollten lernen, das ganze Weltall minimisiert in uns selbst zu erkennen.

Allmählich verfeinert sich durch die Ohrenübung unser Gehör so weit, dass wir uns eines kleinen Gebildes im unteren Teil des Gehirnes bewusst werden, dass etwas vor dem inneren Auge liegt. Es ist länglich geformt wie eine Schote und gehört zum Drüsensystem. Das ist die Gehörzentrale für das innere Hören, die uns die Schwingungen von Stimmen übermittelt, die unser Ohr nicht wahrnehmen kann, gleichviel ob es sich um menschliche Stimmen hier auf dieser Erde oder um irgend eine Stimme auf einem Planeten handelt.

Nur weil wir diese Einrichtung in uns haben, ist es dem menschlichen Erfindungsgeist gelungen, das Radio zu konstruieren, das nur eine Nachahmung der in uns bestehenden Einrichtungen ist. Was können wir uns mit einem Radio schon alles vernehmbar machen und das ist nur ein mechanischer Apparat! Um wie viel mehr kann einem jeden von uns vermöge seines inneren Ohres oder Gehöres werden, das ja nur einen höheren Entwicklungsgrad des Gehörsinnes darstellt!

Aber wir dürfen damit nicht protzen! Wenn uns das innere Gehör geworden ist und wir vernehmen damit, was uns die innere Stimme offenbart, dann nehmen wir es demütig hin und an, dürfen es aber nicht zurückweisen, weil dadurch das innere Gehör geschwächt würde. Wir nehmen es einfach in Dankbarkeit an und lassen es uns als Ermutigung und Weisung dienen, wie wir uns auf diese oder jene Art oder an diesem oder jenem Ort, der uns gewiesen wird, weiterentwickeln können und sollen.

5. Abschnitt

Augen-Übung

Die Augenübung beugt der Kurzsichtigkeit vor oder behebt sie, wenn sie schon auf uns gefallen ist. Vor allem aber lernen wir durch die Übung, in jeder Beziehung klar zu sehen. Wir können sie gleich an die Ohrenübung anreihen.

Die Mittelfinger, die von der Ohrenübung noch eine Spur mentholierte Creme oder Salbe an den Fingerspitzen haben, setzen wir an den äußeren Augenwinkeln so auf das Auge, dass die Fingernägel die Hornhaut berühren, die Handteller also nach hinten zeigen. Dann schließen wir die Augenlider und vibrieren die Augäpfel mit den Mittelfingern unter leichtem Druck nach innen zu im Rhythmus der Melodie, die wir zugleich singen. Die Fingernägel stemmen leicht gegen die Augäpfel, damit sich diese wieder ausrunden. Wenn sie im Lauf der Zeit flach werden, verringert sich die Sehschärfe. Sobald sie aber wieder die richtige Rundung bekommen, sehen wir wieder besser.

Nachdem wir die Melodie mehrmals durchgesungen und dabei die Vibrierungen durchgeführt haben, blinzeln wir zunächst mit den Augen nach unten, nach oben, nach links und nach rechts, verdrehen sie dann so ein wenig, als wollten wir die Geister alle auf einmal sehen, und rollen sie schließlich im Kreis, als wollten wir mit ihnen einen Wüstenrand entlanggehen und diesen nach etwas Befremdlichem abtasten, das sich uns nähern könnte, so dass wir sozusagen jeden Kaktus, jede Wildbohne und jede Blume mit dem Auge nach etwas Bemerkenswertem absuchen. Dann blicken wir stracks geradeaus, als wollten wir den Punkt, den wir ins Auge fassen, mit dem Blick durchbohren. Wir machen also die Augen nicht gleich voll auf, weil wir nicht sofort, sondern erst nach und nach wieder klar sehen. Dann aber sehen wir alles um uns herum so deutlich und so lichtvoll, als stünde alles in einem sonnenbekleideten Tag.

Die Augenübung machen wir täglich des Morgens. Haben wir warmes Wasser zur Hand, so geben wir in je zwei Liter handheißes Wasser drei Tropfen Salmiakgeist, tauchen ein Handtuch in das Wasser und drücken es einen Augenblick gegen das Gesicht. Danach wiederholen wir die Augenübung mehrmals, singen dazu unsere Melodie und streichen schließlich die Augenlider noch sanft mit den Fingerspitzen.

Wollen wir rasche Erfolge sehen, machen wir zunächst die 6. rhythmische Atemübung der Mazdaznan-Atemkunde, lassen die Augenübung mit unserer Melodie folgen und reihen dann nochmals die 6. rhythmische Atemübung an. Machen wir das abends vor dem Schlafengehen, dann sind früh beim Erwachen unsere Augen so klar, als hätten wir sie nie zugemacht.

Bei Augenfehlern und bei Kurzsichtigkeit oder wenn die Augen nicht mehr ganz klar sehen, stellen wir über Nacht im Schlafraum eine Schale auf, in die wir 1 Teelöffel Salmiakgeist geben, der die Luft durchläutert. Das tut zugleich den Augen und den Nüstern wohl, weil der Salmiakgeist die Luft reinigt und kühlt.

Das Augenrollen ist das beste Stärkungsmittel für den Anpassungsmuskel, der die Ausrundung des Augapfels kontrolliert. Es verhilft uns nicht nur dazu, dass wir schärfer und mehr Einzelheiten sehen, sondern auch dazu, dass sich nach und nach die innere Sehzentrale, das innere Auge oder das Auge Gottes, entwickelt. Diese innere Sehzentrale ist ein Nervenbündel und liegt im hinteren Teil des Gehirnes an jener Stelle, an der alle Sehnerven zusammenströmen und, ähnlich dem äußeren Auge, ein Oval bilden. Soweit sich das Augenlicht mehr und mehr im Mittelpunkt dieses ovalen Nervenbündels sammelt, verbessert sich auch das Sehen nach außen mehr und mehr, weil das Augenlicht durch die Polarisation der Sehnerven zustande kommt.

Je bewusster wir uns dieser inneren Sehzentrale werden, umso mehr lernen wir, uns selbst durch und durch zu sehen. Schließlich sehen wir, wie das Herz, die Lungen, der Magen, die Leber arbeiten. Wir sehen, wie unser Blut zirkuliert, wie sich die weißen und die roten Blutkörperchen gegenseitig schlagen, um den elektrischen Lebensfunken anzufachen, wie viel Elemente sich aus den Drüsen in das Blut ergießen und wie viele wieder zurückgeschlagen werden und wie sich die Ätherstoffe aus den Drüsen in die graue Materie und das Gehirn ergießen. Ja, wir sollten sogar vermittels des innern Auges sehen, wie das Zellgewebe des Gehirnes beschaffen ist und wie es funktioniert, sollten sehen, wie die einzelnen Gehirnzellen, mindestens aber die drei großen Gruppen des Gehirnes, selbständig oder in Verbindung miteinander wirken, damit wir allmählich begreifen, welche Riesenmengen von Intelligenzen in unserem Gehirn enthalten sind und welche Möglichkeiten sie für jeden Menschen einschließen. Was uns die sorgfältigste Anatomie nicht vor Augen bringen kann, das vermittelt uns das innere Auge.

Schließlich werden wir uns vermittels des inneren Auges der Erleuchtung oder Illumination bewusst, die sich vom Gesinn in die Zirbel und von da in den Seelenzustand erstreckt, der seinen Sitz in der ersten rechten Herzkammer hat und schon mit dem Ätherreich korrespondiert. Allmählich verbindet sich der Seelenzustand mit dem Geisteszustand in der zweiten rechten Herzkammer und dieser mit dem Gottesfunken oder Gotteslicht in der dritten linken Herzkammer, der Übertragungen aus dem abstrakten Reich in die Welt der Materie ermöglicht, indem er sich durch die vierte linke Herzkammer eine Brücke zur fünften und letzten Herzkammer schlägt, in der es keine Atmosphäre mehr gibt, sondern das luftlose Bläschen, frei von atmosphärischem Druck und unabhängig von seiner Umgebung, dasteht.

Obwohl sich in diesem luftlosen Bläschen weder Äther noch Atom bemerkbar macht, sehen wir doch schließlich darin das Individuum, die Individualität, die sich wie in einem fotografischen Negativ die Linien aufgezeichnet hat, die gleichsam als fotografisches Positiv diesen Körper ausmachen, Wenn wir dieses Negativ zunächst auch nur wie durch einen Schleier und in einer gewissen Entfernung sehen, so rückt es doch scheinbar immer näher, je mehr unser inneres Auge durch den Schleier hindurchdringt. Unser äußeres Auge sieht nur die Erscheinungen, das Scheinbare, Phänomenale, Oberflächliche, Materielle, Vorübergehende und das sich ewig Wandelnde. Das innere Auge aber sieht bis in das Herz und erschaut hier das Ego, die Individualität, das Göttliche unseres Wesens, das es uns ermöglicht, uns mit jedem und allem in Verbindung zu setzen, indem wir unseren Gedanken auf die Ätherwellen verlegen.

6. Abschnitt

Nasen-Übung

Die Nase ist für Vibrationsmassage sehr empfänglich und die guten Wirkungen offenbaren sich rasch.

Wir benetzen die beiden Zeige- und Mittelfinger mit etwas mentholierter Creme oder Salbe, setzen sie gleichzeitig gegen die Nasenwurzel, indem wir die Hände wie eine Muschel formen, und drücken, reiben, kreisen, frottieren im Rhythmus unserer Melodie kräftig gegen die Nasenwurzel, so dass das Nasenbein immer mehr von den entstehenden Vibrierungen in sich aufnimmt. Wir führen die Bewegungen vom Nasenrücken über die Nasenflügel zur Nasenwurzel und an dieser entlang aufwärts, wobei sich die Muskeln der Nasenwurzel etwas einziehen, so dass es fast so klingt, als sängen wir unsere Melodie mit dem französischen Nasallaut.

Nach der Massage der Nasenwurzel singen wir die Melodie noch einmal durch und ziehen dabei die Muskeln der Nasenwurzel etwas hoch, ohne mit den Fingern nachzuhelfen, um den Nasalton immer besser und leichter zustande zu bringen. Anstatt die Melodie zu singen, können wir sie auch in die hohlen Hände pfeifen. Am Ende der Übung atmen wir wieder mehrmals tief ein und aus, verlängern den letzten Aushauch möglichst und schließen mit dem dreimal wiederholten: „Und alles ist gut!“

Wir machen die Übung anfänglich jeden Tag morgens und abends, setzen dann eine Zeitlang aus und wiederholen sie wieder für eine gewisse Zeit.

Ist die Nase etwas verstopft oder verschleimt, so schnupfen wir vor der Übung etwas Borax in die Nüstern hoch oder streichen die Nüstern mit etwas mentholierter Creme oder Salbe aus. Jedenfalls müssen die Nasengänge frei sein, wenn wir vollen Nutzen von der Übung haben wollen.

Die Nasenflügel sollen beweglich sein, damit sie die Nüstern bei jeder Einatmung ausweiten und damit möglichst viel Luft durch die Nüstern einströmen kann. Erzielen wir das nicht schon durch die Nasenübung, dann manipulieren wir auch noch die Nüstern und ziehen dabei die Nasenflügel etwas nach unten. Dadurch bekommt die Nase gleichzeitig eine kleine Erhöhung oder Brücke auf dem Nasenrücken, was jedem von uns nötig ist. Dem Durchschnittsmenschen fehlt diese kleine Erhöhung oder Brücke, die uns hilft, alles nach dem Kommerziellen zu überbrücken oder zu verbinden, also uns etwas geschäftlich angelegt zu machen. Wir sollten alle verstehen, wie wir aus zehn Euro in kurzer Zeit zehntausend Euro machen. Dazu bahnt uns die kleine Brücke auf der Nase den Weg, auf dem wir zu geschäftlichen Erfolgen gelangen.

Die mit den eigenen Händen gemachten Vibrierungen, die sich durch den Gesang noch steigern, haben belebende Wirkung und können deshalb mit einem elektrischen Vibrator oder irgend einem Apparat nicht hervorgerufen werden. Ein Apparat kann wohl etwas stimulieren oder anregen, kann aber keine dauernde Wirkung erzielen. Unsere eigenen Vibrierungen erzeugen eine belebende Atmosphäre und diese individuelle Atmosphäre ist es, die neues Leben weckt.

Durch die Nasenübung erweitern sich die Nüstern, so dass der Atem leichter und reichlicher einströmt. Dadurch können sich mehr eingeatmete Elemente den oberen Teilen der Lunge auflegen und von da in das Lungenfell-Laboratorium übertreten, so dass das Blut besser gereinigt und die Grundlage für die Vergeistigung des Körpers gelegt wird.

Ebenso wie die Blume die Luft an sich zieht und sie zu ätherischen Ölen und Duftstoffen verarbeitet, so müssen auch wir mit dem Atem die Elemente der Luft an uns ziehen, sie mittels des Lungenfell-Laboratoriums in Chemikalien umsetzen, damit diese Leukokytos, das magnetische Feld im Blut erweitern, das Fremde, seien es Säuren, seien es Salze, aus dem Blute ausscheiden und neue Elemente und Erweiterungen im Körper aufbauen.

Das Wichtigste aber bei der Nasenübung ist, dass wir die Muskeln an der Nasenwurzel unter unsere Kontrolle bringen, wenn es auch anfangs nicht schön klingt. Sobald sich aber die Muskeln fester gezogen haben, wird die Stimme reiner und klarer. Wir drücken uns auch reiner und klarer aus und hinter jedem unserer Worte oder Töne kommt der Gedanke hervor, den das Wort oder der Ton mit sich trägt.

Von der Reinheit unserer Stimme oder unseres Tones hängt unsere Weiterentwicklung und sogar unser Gesichtsausdruck ab. Denn unsere Gesichtszüge spiegeln den Zustand unserer Gehirnintelligenzen, also auch unseren Gedankengang wieder und umgekehrt beeinflussen die Gesichtszüge die Gehirnintelligenzen. Je mehr sich die Gehirnintelligenzen mit den Gesichtszügen vereinbaren, umso mehr erlangen sie die Kontrolle über die Organe im Körper, die dann nicht nur jedes für sich ihre Arbeit tun, sondern auch harmonisch miteinander arbeiten.

7. Abschnitt

Nach-Übung

Nachdem wir uns mit einer Übung tüchtig durchgeschüttelt und wachgerüttelt haben, sollen wir mehrmals tief ein- und ausatmen, den letzten Aushauch möglichst verlängern und dann noch dreimal ausstoßen: „Und alles ist gut!“ Diese Nachübung zielt auf die völlige Entleerung der Lungen und darf nicht vergessen und auch nicht unterschätzt werden. Das Schütteln und Rütteln hat in uns alles aufgerührt und aufgewühlt und das, was danach unseren Körper für immer verlassen soll, darf sich nicht wieder nieder- oder absetzen.

Dazu soll uns das lange Ausatmen in erster Linie verhelfen. Es bläst förmlich den Staub aus dem Zellen- und Gehirngewebe. Dann können sich die von den Drüsen hergestellten neuen Ätherstoffe um so freier in die Atmosphäre der Gehirnzellen ergießen und damit die Grundlage für eine erweiterte Empfänglichkeit unserer Gehirnzellen und für eine erweiterte Wirksamkeit unserer Subjektiven oder göttlichen Seite legen.

Entsprechend der Empfänglichkeit unserer Gehirnintelligenzen offenbaren sich uns auf korrespondierenden Linien durch die Vermittlung des Gesinnes in der Zirbel alle Geheimnisse der Natur, der Atmosphäre, des Weltalls und aller Weltalle und alle Zusammenhänge bis zum Urgrund aller Dinge, so dass wir uns schließlich bewusst werden, dass wir Miterben und Teilhaber am Reichtum der Ewigkeit und Unendlichkeit oder der Gottheit sind.


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"Ha egy óhaj merül fel a szívünktõl, akkor azt nekünk legjobb akaratunkkal elõsegítenünk kell, miközben érzülékünket arra irányítjuk, s így óhajunkat megvalósítjuk."
Dr. O.Z.A. Hanish