Natron – natürlich oder chemisch?

Schon seit Jahrtausenden verwenden die Menschen Natron zur Körperpflege, zur Hygiene und zur Neutralisation von Säuren. Natron kommt in natürlicher Form in großen Mengen in den sogenannten Natronseen von Ägypten (Wadi Natrun) und in Nord- und Südamerika vor. Aber auch in Kenia, Asien und auch in Europa, z. B. im tschechischen Karlsbad, gibt es Naturnatronvorkommen. Dabei liegt das Natron meist in einer gebundenen Form als Erz namens „Trona“ vor.

Um reines, natürliches Natron zu erhalten, wird das Natron aus dem Erz durch Wasser und Kohlendioxid heraus gelöst.

(Na2CO3 + CO2 + H2O => 2 NaHCO3)

Im Gegensatz dazu wird das weit verbreitete (deutsche) Natron im sogenannten Solvay-Verfahren aus Kochsalz mit Hilfe von Wasser, Kohlendioxid und Ammoniak gewonnen. Nachteilig ist, dass neben dem Natron auch noch Ammoniumchlorid entsteht, das eventuell noch als Spuren im Natron enthalten sein kann.

(NaCL + NH3 + CO2 + H2O => NaHCO3 + NH4Cl)

Dieser Unterschied ist bei vielen Anwendungen von Natron relativ unbedeutend, z. B. bei Hygiene- oder äußeren Anwendungen. Dr. Hanish hat in seinen Ausführungen zur innerlichen Anwendung allerdings immer das natürliche, amerikanische Natron empfohlen. Natron = Baking Soda darf nicht mit Soda = Natriumcarbonat, Natronlauge = Natriumhydroxid, oder anderen ähnlich klingenden Salzen verwechselt werden.

Natron als Entsäuerungsmittel und seine Wirkungen im Körper

Natron, auch unter den anderen Bezeichnungen Natriumhydrogencarbonat, NaHCO3, doppeltkohlensaures Natron, Natriumbicarbonat, Speisesoda, Backsoda, Baking Soda etc. bekannt, wird in den Epithelzellen der Magenwand zuerst als Hydrogenkarbonat (HCO3) gebildet. Dadurch schützt der Magen sich vor der selbst produzierten Magensäure (pH-Wert 1–1,5) Das basische Hydrogenkarbonat wird z. B. benötigt, um den sauren Speisebrei durch Einspeisung von Sekreten der Bauchspeicheldrüse basisch zu machen. Würde das nicht passieren, könnten die Enzyme im Dünndarm die weitere Spaltung der Nährstoffe nicht durchführen.

Säure-Basen-Haushalt

Doch nun zur wichtigsten Aufgabe, der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts im Blut des Menschen. Natron dient dort als wichtigster „Blutpuffer“, indem es die durch die Zellatmung entstandene Kohlensäure an sich bindet und somit eine „Übersäuerung des Blutes“ verhindert und den Blut-pH-Wert konstant bei 7,4 (± 0,05) hält. Eine mögliche Abweichung des Säurewertes führt zu massiven gesundheitlichen Störungen – bis hin zum Infarkt. Nachdem das Kohlendioxid in der Lunge ausgeatmet wurde, kann das nun frei gewordene Hydrogenkarbonat im Körper wieder verwendet, „recycelt“ werden.

Eine andere Form der Säurebindung findet bei starker Übersäuerung durch die Bindung der Kohlensäure an Kalzium (z. B. aus den Knochen) oder Magnesium (z. B. aus den Muskeln) statt. Allerdings handelt es sich hier um eine sehr „unintelligente“ Lösung, denn erstens werden dafür die Mineralien aus den entsprechenden Körperteilen abgezogen, d. h., es kommt zur Entmineralisierung, und zweitens gehen diese Mineralien eine sehr starke Bindung mit der Säure ein, die nicht (oder nur schwer) wieder aufgebrochen werden kann. Die so entstandenen Kristalle lagern sich nun an den verschiedensten Stellen des Körpers an, bilden Verkalkungen in Form von Nierensteinen, an den Herzkranzgefäßen, im Gehirn, in den Gelenken und Sehnenscheiden etc.. Dabei wird das Bindegewebe unelastisch und brüchig und Nervenreizungen entstehen, die wir dann als Schmerzen wahrnehmen. Übrigens auch anorganische Mineralien aus dem Trink- oder Flaschenwasser oder aus Mineralstoffpräparaten bilden mit den Säuren solche schwerlösbaren Verbindungen.

Entsäuerung durch Natron-Kur

Um diesen entstehenden Teufelskreis von Übersäuerung, Entmineralisierung, Ablagerungen und Verschlackungen, die zur Degeneration des Körpers und Gehirnes führen, zu unterbrechen, wird unter anderem in den Mazdaznan-Gesundheitswinken die sogenannte „Natron-Kur“ empfohlen. Dazu wird ein gehäufter Teelöffel natürliches Natron in etwas kaltem Wasser aufgelöst und mit heißem Wasser aufgegossen. Dieses große Glas Natronwasser wird nun schnell und heiß getrunken. Zehn Minuten später trinkt man dann ein Glas kaltes Wasser mit 10 Tropfen echtem Zitronensaft, damit die Säureausscheidung über die Nieren gefördert wird. Die Kur dauert in der Regel 4 Wochen.

Um den Verdauungsvorgang nicht zu stören, wird diese Kur früh morgens nüchtern empfohlen und auch nach dem Trinken des Zitronenwassers sollte noch 45–60 Minuten nicht getrunken oder gegessen werden. In keinem Fall empfiehlt Mazdaznan die Einnahme von Natron auf den vollen Magen, wie es in anderen Quellen empfohlen wird!

Entsäuerung durch Atmung

Doch die bei Mazdaznan empfohlene Natron-Kur und auch die Weinstein-Kur sind nur zwei von vielen Hilfsmitteln zur Entsäuerung. Insbesondere wird jedem, der den obigen Kreislauf des Blutes verstanden hat, sofort klar, dass eine vertiefte Atmung (insbesondere die Ausatmung) nötig ist, um das Kohlendioxid überhaupt ausatmen zu können. Daher ist der (Aus-)Atmung zuallererst die größte Aufmerksamkeit zu widmen!

Die 3-Minuten-Ausatmungsübung

Sitze oder stehe in aufrechter Haltung und verlängere die Ausatmung schrittweise. Nach einer tiefen Einatmung beginne ausatmend zu zählen, zuerst 12 Sekunden ausatmen, dann (nach einer tiefen) Einatmung 18 Sekunden ausatmen, dann 24, 30, 36 und so weiter, bis zu deiner persönlichen Grenze, die du durch tägliches Üben bis zu 108 Sekunden erweitern kannst.

Ernährung und Übersäuerung

Natürlich spielt in diesem Zusammenhang auch die Ernährung eine zentrale Rolle. Am Ende jedes Verdauungsvorgangs steht der Grundbaustoff, aus dem alle Nahrungsmittel aufgebaut sind, der Kohlenstoff (C). Dieser erhöht, wie oben beschrieben, neben dem CO2, das bei der Zellatmung entsteht, die Menge an Kohlensäure im Blut erheblich. Dazu kommen dann noch die Harnsäuren aus der Eiweißverdauung und die Milchsäure, die durch Gärung und Muskelarbeit unter Sauerstoffmangel entsteht. Einfache Ernährungs-Grundregeln über die Menge, die Qualität, die Zusammenstellung und die Häufigkeit der Nahrungsaufnahme lassen sich schon aus diesen Zusammenhängen ableiten (zur Vertiefung siehe Mazdaznan-Ernährungskunde).

Gut denken!

Wichtiger Faktor in Bezug auf die Übersäuerung spielen auch unsere Gedanken. Allein durch „schlechte“ Gedanken wie Kummer, Neid, Zorn, Angst etc. entstehen im Körper Verkrampfungen und massive Störungen, die zur Übersäuerung beitragen. Die Bedeutung des Gedankens als erste Ursache kommt schon in dem Namen „Mazdaznan“ zum Ausdruck, der sinngemäß „die Bemeisterung des Lebens durch den guten Gedanken = der Meistergedanke“ bedeutet. Doch wie schaffe ich es, (immer) gut zu denken? Mazdaznan führt uns dazu in die Bedeutung und Heilwirkung der Reinigung der Gedanken durch das Spruchsprechen oder Beten ein (siehe Mazdaznan-Atem- und Gesundheitskunde, -Manthra, -Drüsenkunde).

Und irgendwann, nach den Grundübeln des falschen Denkens, der flachen und unbewussten Atmung und der degenerierten Ernährung wirken dann natürlich auch die falsche Körperpflege, die mangelhafte Bewegung und die vielfältigen Umwelteinflüsse auf uns, unseren Körper und unseren Geist ein. Die Reihenfolge der Wichtigkeit zu erkennen und zu beachten, hilft uns, auf allen Gebieten erfolgreich zu sein, und schützt uns davor, uns in (relativ) unwesentlichen Bereichen zu verlieren und unsere Kraft und unser Geld zu vergeuden.

Von Jens Trautwein.


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