Abnehmen durch Entsäuerung

Wie immer gibt es für das eine „Symptom Übergewicht“ vielfältige Ursachen, und wenn es auch einfache und natürliche Möglichkeiten gibt, gesund abzunehmen, so fällt das leider nicht immer leicht.

An dieser Stelle soll nur auf einen besonders wichtigen Punkt eingegangen werden: Übersäuerung und Ablagerungen als Ursache für das Übergewicht. Durch flache Atmung, falsche Ernährung, mangelhafte Verdauung, Gärung im Darm und psychische Stressfaktoren entsteht in unserem Körper ein Überschuss an Säuren. Durch die Ausscheidungsorgane Lunge, Darm, Niere und Haut versucht der Körper, die Säuren wieder auszuscheiden, das gelingt ihm aber oft nicht. Die Säuren verbleiben im Körper und fordern vom ihm Maßnahmen zur Neutralisierung, da die Säuren sonst die Zellen der Nerven und Organe schädigen würden. Die erste Maßnahme ist, dass basische Mineralstoffe zur Neutralisierung verwendet  werden. Diese kommen im Idealfall aus der Nahrung (wenn dort welche enthalten waren) oder aus den Mineraldepots des Körpers wie den Knochen, Muskeln, Haaren oder Zähnen, die dadurch aber natürlich entmineralisiert und geschwächt werden. Aus der Verbindung von Säuren und Mineralien entstehen Salze, die schwer löslich sind und als Schlacken im Bindegewebe, in Gelenken, Muskeln oder Sehnen eingelagert werden. Folge davon sind z. B. Verkalkungen, Versteifungen, Entzündungen, Abnutzung und Reizungen jeglicher Form.

Dieser Vorgang der Säuren-Neutralisation verbraucht sehr viele Mineralien. Daher kann der Körper auch noch auf andere Art reagieren, nämlich indem er zuerst in der Leber und dann auch im Fettgewebe die Säure einlagert. Um Schaden zu vermeiden, wird die Säure oder Schlacke in der Fettzelle mit Wasser und Fett verdünnt, sodass die Zelle bis zum Hundertfachen an Volumen zunehmen kann; eine der Hauptursachen für das Übergewicht. Der Körper lagert also Fett und Wasser ein, um sich selbst zu schützen. „Zwingt“ man den Körper dazu, das Wasser und das Fett auszuscheiden, zum Beispiel indem man eine Diät macht, so wird er bei nächster Gelegenheit dafür sorgen, dass es wieder eingelagert wird und – als Vorsorge für Notzeiten – noch ein bisschen mehr als vorher. Das ist der gefürchtete Jojo-Effekt.

Die Lösung des Problems besteht also darin, dem Körper die Möglichkeit zu geben, die Säuren und Salze auf natürlichem Weg auszuscheiden, über die Ausscheidungsorgane Lunge, Darm, Niere und Haut.

1. Entsäuerung durch Atmung

Durch jede Ausatmung scheiden wir Kohlensäure aus. Je flacher die Atmung, umso weniger, je tiefer die Atmung, umso mehr. Mindestens dreimal täglich sollte man für 3 Minuten die Ausatmung ganz intensiv üben, z. B. indem drei- oder fünfmal so lange aus- wie eingeatmet wird. Also z. B. 3 Sekunden einatmen – 9 oder 15 Sekunden ausatmen. Oder man spricht drei- oder fünfmal hintereinander einen Spruch, ein Gedicht, einen Liedtext oder ein Gebet so lange wie möglich auf eine Ausatmung (im christlichen Kontext bedeutet das „ohne Unterlass“). Bei akuten, schweren oder chronischen Krankheiten kann es sogar hilfreich sein, jede Stunde für 3 Minuten diese Ausatemübung zu machen.

2. Entsäuerung über die Blase und die Nieren

Den Nieren kommt besondere Bedeutung bei der Regulierung des Säure-Basen-Haushalts des Blutes zu. Auch die Menge an Elektrolyten und die Höhe des Blutdrucks wird von ihnen beeinflusst. Zur Ausscheidung der flüssigen Stoffwechselschlacken, Harnsäuren und anderen Giftstoffen benötigt die Niere als wichtigstes Hilfsmittel Wasser; und zwar reines destilliertes Wasser, das aufgrund seiner Reinheit die höchste Transport- und Ausscheidungskapazität besitzt. Ungeeignet sind Mineralwässer, da dadurch die Salze nicht in ausreichendem Maße gelöst und ausgeschieden werden können. Wichtig ist auch, wie getrunken wird. Nicht dauernd und schluckweise, sondern ca. alle 2 Stunden eine größere Menge von ca. 0,4 Litern (2 große Gläser) auf einmal. Dadurch entsteht der richtige Druck auf das Blut, und die Fremdstoffe können auch tatsächlich weggespült werden. Zur Aufspaltung von Harnsäurekristallen wird in der Mazdaznan-Gesundheitskunde außerdem die Weinstein-Kur empfohlen.

3. Entsäuerung über den Magen und den Darm

Während der Magen ein saures Milieu hat, muss im Dünndarm wieder ein basisches Milieu herrschen. Dazu verwendet der Körper Hydrogencarbonat, das er mit den Sekreten der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm einleitet. Kommt durch zu viel säurebildende Nahrung (Fleisch, Fisch, Wurst, Zucker etc.) diese Funktionseinheit durcheinander, entstehen Magenbeschwerden, Entzündungen, Darmkrankheiten, Blähungen, Pilzerkrankungen und Krebs. Um die überschüssigen Säuren im Verdauungstrakt zu neutralisieren und auszuscheiden, kann man eine Kur mit natürlichem amerikanischen Natron machen. Natron (Natriumhydrogencarbonat) ist ein basisches Mineral, das zur Bindung der Säuren im Magen und Darm verwendet werden kann. Wichtig ist, dass man sich dabei an die Kuranleitung (siehe Broschüre Mazdaznan-Haus- und Pflegemittel) hält. Natronwasser darf zum Zweck der Entgiftung und Entsäuerung immer nur nüchtern eingenommen werden.

Für eine gute Gesundheit müssen selbstverständlich die alten Schlacken, Schleime und Kotreste im Dünn- und Dickdarm durch Darmreinigung beseitigt werden (siehe Broschüre Darmgesundheit).

4. Entsäuerung über die Haut

Seit Jahrtausenden pilgern die Menschen zu Quellen und Seen, die durch das basische Wasser bekannt für ihre Heilwirkungen sind, zum Beispiel nach Wadi Natrun (Natron-Tal) in Ägypten, Karlsbad in Tschechien, Heviz in Ungarn und zum Toten Meer. Die heilende Wirkung wird dabei hauptsächlich durch das Baden in diesen Gewässern erzielt, da Säuren über die Haut nach außen gezogen werden. Wer nun keine Zeit hat, einen Kururlaub zu machen, der kann auch zuhause ein Heilbad nehmen. Über die Füße, die manchmal auch als „Ersatznieren“ bezeichnet werden, kann der Körper besonders viele Säuren ausscheiden. Tägliche 15-minütige Fußbäder mit ansteigender Temperatur und einem Zusatz von 2 Esslöffel Bade-Natron oder 1 Esslöffel Bade-Soda haben eine stark entgiftende Wirkung. Die Haut an den Füßen wird wieder weicher, Hornhaut (= Einlagerung von Säuren), Verkrümmungen oder Verkürzungen bessern sich oder verschwinden ganz. Vollbäder öffnen die Hautporen, entsäuern und entgiften. Man gibt 2–3 große Tassen Bade-Natron oder 1 Tasse Bade-Soda ins Badewasser und badet dann für 10–15 Minuten bei ansteigender Temperatur, bis der Körper zu schwitzen beginnt. Dann wickelt man sich schnell in ein Leintuch, um im Bett weiter zu schwitzen. Wer mit dem Herzen Probleme hat, steigt nur ganz kurz, aber mehrmals hintereinander in die heiße Wanne. Wer keine Badewanne oder keine Zeit für Vollbäder hat, gibt 1–2 Esslöffel Bade-Natron in das tägliche Waschwasser und reibt sich mit einem Schwamm, Tuch oder Waschlappen ab. Danach sollte man sich gut abtrocknen und die Haut mit etwas Öl einreiben, bis sie sich weich und zart anfühlt. Richtige Hautpflege und basische Bäder sind vor allem in der kalten Jahreszeit wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung oder Beseitigung von Krankheiten.

5. Ernährung

Ja, und dann gehört zum Abnehmen natürlich auch die richtige Ernährung: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“ Nicht wie viel, sondern wie wenig brauche ich zum Leben? Daher sollte man aufhören zu essen, bevor man satt ist, die Ernährung vereinfachen und weniger durcheinander essen. Eine vollwertige, vegetarische und abwechslungsreiche Ernährung sichert die Zufuhr von ausreichend Nähr- und Vitalstoffen, ohne den Körper zu belasten.

Von Jens Trautwein.
Foto: Adobe Stock © SASITHORN


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