Die Sonne der Mazdaznan-Lehre ist ein Symbol einer Wissenschaft, die uns von Dr. O. Z. Hanish offenbart wurde.
Wenn man das Symbol studiert, stellt man fest, dass es aus einem goldfarbenen Kreis besteht, der durch ein ebenfalls goldfarbenes Kreuz in vier verschiedenfarbige Felder unterteilt ist, und aus etwas vom Kreis distanziert ausgehenden linienförmigen, goldfarbenen Strahlen, sodass zusätzlich ein zweiter "unsichtbarer" Kreis entsteht. Dies alles zeichnet sich auf einem weißen Hintergrund ab (eine weiße Fahne mit ihrer ganzen Bedeutung der Friedensbringerin).
Was sind doch da alles für Symbole versteckt: der Kreis, das Kreuz, das Kreuz im Kreis, die Linien, die Sonne, die Zahlen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 12 und die Farben rot, blau, gelb und weiß.
Der Kreis ist das Symbol des Unendlichen, auch der Unendlichkeit, des Ewigen und der Ewigkeit, er ist ohne Anfang und Ende, er spiegelt aber auch die Vollkommenheit wider. Er stellt die Unteilbarkeit dar, aber auch den Himmel. Die kreisende Bewegung ist vollkommen, unabänderlich ohne Anfang und Ende, ohne Abweichung. Er steht also auch da für das Gesetz. Er ist das Sinnbild von Alpha und Omega, aber auch der Einheit, der Zahl 1, der Gottheit also, des Geistes auch sowie der Schöpfung. Eben gerade der zweite Kreis spielt auf die Gottheit an, da er aus dem "Unsichtbaren" besteht, während der erste Kreis, der goldene, die offenbarte Schöpfung widerspiegelt und mit ihr das weibliche Prinzip. Eine weitere Deutung, die die letzteren verbindet, ist das Leben, aus dem Unsichtbaren geschaffenes und in der Materie offenbartes Leben – im weiblichen Prinzip verankert.
Das Kreuz versinnbildlicht einesteils die göttliche/kosmische Energie, den Geist, der in die Materie eindringt – das ist der senkrechte Balken. Der waagerechte Balken verbreitet sie in die Weite. Das Kreuz steht also auch da für die Richtung, aber nicht nur vom All zur Erde und in die Weite, sondern auch für die vier Himmelsrichtungen sowie für die vier Elemente. Die Zahl 4 ist das Zeichen der Arbeit, die es zu erfüllen gilt. Das in den Boden gerammte Kreuzbalken-Ende stellt zudem den gefestigten Glauben dar, das obere gegenüber stehende Balkenende die Hoffnung, die zum Himmel steigt. Es ist also eine abwärtsgehende und aufwärtsgehende Bewegung da. Die Längsbalken stehen als ebenfalls zweite Auslegung auch da für Ausdauer bis zum Ende. Das Kreuz ist auch das Zeichen der Brüderlichkeit, der horizontale, waagerechte Balken ist dabei der materielle Aspekt des Menschen, die Verbindung zum Mitmenschen, der senkrechte Balken die Verbindung zum All, zu den kosmischen Wesen, was somit ausdrückt, dass wir alle göttlichen Ursprungs sind. Es ist auch das Sinnbild der Generation.
Das Kreuz bezeichnet auch die Kreuzigung des Auserwählten, die der Angst gleichgestellt ist, gegen die der Eingeweihte kämpft. Es stellt auch die Vereinigung der Gegensätze dar. Es ist das Zeichen des Lebensbaumes und auch der Welt in ihrer Ganzheit.
Das Kreuz im Kreis ist das Sinnbild des Friedens – die Deutung der Brüderlichkeit des Kreuzes zusammen mit der Deutung der Einheit des Kreises.
Das Ganze ergibt eine Sonne, die das Licht, die Klarheit, die Erleuchtung, das Leben usw. versinnbildlicht. Sie ist ein männliches, aktives Zeichen.
Die runden Formen erzeugen magnetische Ströme (Erde, Ei, Planeten usw.), entsprechen, wie gesagt, dem weiblichen Prinzip, dem in sich Ruhenden.
Die geraden Linien verströmen Elektrizität (Gras, Nerven) und entsprechen dem männlichen Prinzip – dem aktiven, handelnden, ausgehenden, d. h. nach außen gerichteten.
Die beiden Ausdrucksformen bilden die Dualität. Die Ziffer 2 ist hier also ausgedrückt.
Die magnetischen und die elektrischen Ströme kommen beide aus einer zentralen göttlichen Quelle, und diese ist als zentraler Punkt im Überschneidungspunkt der Kreuzbalken vertreten. Der Punkt oder das Zentrum sind Sinnbilder der Göttlichkeit (= Zahl 1).
Dank der Polarisation der magnetischen und elektrischen Elemente entsteht ein drittes (3) – das neue Wesen: Aus der Gegensätzlichkeit entsteht die Dreieinigkeit, und so wird aus der Mutter und dem Vater das Kind geboren oder, anders gesagt, aus zwei Kräften entsteht eine dritte, die die Verwirklichung darstellt.
Dr. Hanish hat uns gesagt, dass das Mazdaznan-Symbol die kosmische, übersinnliche und ewige Philosophie enthält, mit dem geheimen Wissen des Lebens. In diesem Sinnbild ist die Materie als Kreuz dargestellt (das Zeichen der Erde) und der Himmel (das Abstrakte, das Unsichtbare, Unendliche) als Kreis. Das weibliche Prinzip, das sich nach innen dreht, ist zentripetal, magnetisch und formt einen Kreis (Wellen). Das männliche Prinzip des Lebens hingegen ist zentrifugal, nach außen gerichtet, elektrisch und besteht aus der Linie (Strahl).
Die alten Zarathustrier stellten sich die zwei großen Prinzipien methodisch folgendermaßen vor: Gott, der ewigwährende, große, ursprüngliche Gedanke, schuf "die Zeit", deren Sinnbild der Kreis ist – das weibliche Lebensprinzip. Dann trat Gott in "das Zeitlose", in "die Weite" ein und schuf damit das männliche Lebensprinzip – das Kreuz.
Die beiden Linien in unserem Symbol sind jene, die den Kreis durch ein Kreuz mit gleich großen Balken unterteilen – das "Kreuz des Lebens". Die horizontale Linie stellt die Materie dar, die vertikale Linie, die von oben nach unten verläuft, symbolisiert den Lebenseinfluss, den spirituellen Einfluss (Rückentwicklung), der alle Materien durchdringt und sie animiert. Durch diese beiden Prinzipien finden wir hier also auch wieder die Zahl 2 vor.
Kommen wir zu den vier Teilen, die aus dem Kreuz entstanden sind (wobei wir nebenbei die Anwesenheit der Zahl 4 hervorheben):
Der untere linke Viertel ist rot (satt rubinrot) gefärbt, das Zeichen der Sinne und des Materiellen, alles, was körpergebunden ist. Rot versinnbildlicht auch die kundgetane, körperliche Liebe, das Leben, die physikalische Energie. Es ist eine warme Farbe, die Farbe des Feuers. Sie wärmt uns also und schürt unsere Lebenskraft, regt Sinne und Nerven an. Rot entspricht zudem unseren Fortpflanzungsdrüsen, also unserem 1. Chakra oder Energiezentrum. Seine Schwingung ist oktavenmäßig die gleiche wie die des Tones C. Beide stehen auf der Basis, auf der des Körperlichen einerseits, auf der der Tonleiter anderseits.
Im linken oberen Teil, gegenüber dem weißen Viertel, finden wir die blaue Farbe (leuchtend königsblau oder azur). Blau ist die Farbe der Spiritualität, was auch unserer Intuition, unserer Eingebung entspricht. Es stimuliert unsere religiöse Veranlagung und erhebt uns. Diese Farbe erfrischt (Nerven und Sinne), beruhigt und gibt uns inneren Frieden. Blau ist mit unserem Hals-Energiezentrum, dem 5. Chakra, verbunden, das unserer Schilddrüse entspricht. Es schwingt oktavenmäßig mit der gleichen Frequenz wie die Note G.
Im oberen rechten Feld sieht man die Farbe Gelb (Goldgelb), Zeichen des Intellektuellen. Die Schwingungen dieser Farbe nähren das Nervensystem, was unsere Intelligenz anregt und aktiviert, aber auch unser Freudigkeits-Empfinden durch das Sonnengeflecht – das unsere innere Sonne ist – und durch unser 3. Energiezentrum, das in diesem Geflecht liegt. Die Schwingungen dieser Farbe entsprechen der Note E.
Es braucht nicht besonders herausgestrichen zu werden, dass diese drei Farben (wieder die Ziffer 3), auch Grundfarben genannt (aus ihrer Mischung entstehen alle anderen Farben), eine Harmonie bilden, ähnlich jener des Akkords der Noten C – E – G. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass, wenn wir dem Akkord folgen, die Anordnung der entsprechenden Farben im Kreuz zu finden ist (unten links – oben rechts – oben links – und gleich anschließend unten rechts die Farbe Weiß).
Das Weiß unten rechts bedeutet also Frieden und Harmonie. Es ist die Farbe des Lichtes, der Reinheit, der Vollkommenheit und des Gleichgewichts (das Gleichgewicht ist auch im Kreuz versinnbildlicht und die Vollkommenheit im Kreis, wie auch das Licht in der Sonne). Mit der zunehmenden Schwingungsgeschwindigkeit wird das Prisma vollständig und damit weiß. Weiß ist die Verschmelzung aller Farben. Weiß enthält also, wie gesagt, alle Farben in sich und damit deren Qualitäten. Drehen wir ein Rad mit genau gleichen Farbanteilen aller Farbkategorien des Prismas mit einer höheren Geschwindigkeit, verschmelzen die Farben ineinander und wir sehen nur noch einen weißen Kreisel. Die Anteile der Farben müssen dazu jedoch genau gleich sein, deshalb auch die Sinnbild-Auslegung des Gleichgewichts. Es ist die Herabsetzung der Schwingungsrate, die die Entstehung der 7 Regenbogenfarben zulässt, deren drei Hauptfarben rot, gelb und blau sind. Wie bereits angetönt, nennt man diese drei Hauptfarben auch Grundfarben, weil die vier anderen Farben Misch- und abgeleitete Farben eben dieser Grundfarben sind und auch alle anderen Farben nur Mischfarben und Schattierungen mit mehr oder weniger großen Anteilen von dieser und jener Farbe sind.
Wir können auch die Beobachtung der Anordnung der Farben anstellen: Das Blau (Spiritualität), dem Weiß (Reinheit) gegenübergestellt, flutet "von oben" in die Materie (ins Rot) – der Geist dringt in die Materie oder muss es erreichen, einzudringen. Neben das Gelb (Intellekt/Verstand) gestellt, erinnert es an den Beistand der Spiritualität, der göttlichen Liebe, an unseren Intellekt. Ihr Zusammenspiel/ihre Fusion (Fusion von Liebe und Wissen) ergibt Weisheit. Das Gelb, der Materie entgegengesetzt, zeigt auf den Engpass, den Faden, der den Verstand an die Materie bindet – die Arbeit, die es zu tun gilt, um die Materie durch den Willen zu beherrschen. Das Gelb an der Seite des Blau zeigt auf die Suche hin, die Spiritualität zu verstehen, und über dem Weiß die Suche, die Kenntnisse zueinander zu beziehen durch das Eindringen in das Sinnbild der Synthese (des Weiß).
Wir haben also gesagt, dass das Prisma die drei Grundfarben enthält, deren individuelle Mischung die 7 Farben des Regenbogens ergeben. Auch alle anderen Farben leiten sich durch Mischung von ihnen ab, doch sind dies "Unterkategorien", da die verschiedenen Farbanteile untereinander sehr ungleich sind, im Unterschied zu den Regenbogenfarben, die gleiche Anteile von zwei Grundfarben enthalten und deshalb auch mit den Tönen der Tonleiter harmonieren. Die abgeleiteten Farben der "Unterkategorien" interessieren uns deshalb in diesem Zusammenhang nicht, weil das Spektrum doch zu groß wird und auch weil die entsprechenden Tonfrequenzen "verschoben" sind wie die Farbanteile der Farben, die Tonfrequenzen also Zwischentönen entsprechen.
Die individuelle bzw. gleichanteilige Mischung der Grundfarben ergeben also mit diesen zusammen die 7
Regenbogenfarben des Prismas:
Rot
Rot + Gelb gemischt = Orange
Gelb
Gelb + Blau gemischt = Grün
Blau
Blau, intensiver/dunkler werdend = Indigo
Blau + Rot gemischt = Violett
Nebenbei gesagt versinnbildlichen die gemischten Farben des Regenbogens Folgendes:
Orange:
Energie (physikalische). Diese Farbe wird mit der Aufnahmefähigkeit in Verbindung gebracht und auch mit der Kommunikation (Rot = Aktivität, Anregung der Lebensenergie + Gelb = Intelligenz-Anfachung durch Stimulation der Nerven und des Nervensystems). Sie entspricht dem 2. Energiezentrum (in der Milz und den Nebennieren), und die Schwingung entspricht oktavenmäßig derjenigen der Note D.
Grün:
Kreativität, Erneuerung (siehe die grüne Natur), d. h. Generation und Regeneration (Gelb = Intelligenz + Blau = Spiritualität/göttliche Schöpfungskraft). Diese Farbe gleicht das Nervensystem aus und beruhigt. Sie ist die Brücke zwischen den drei materiellen/körpergebundenen Farben Rot, Orange und Gelb und den drei letzten, Blau, Indigo und Violett, die spiritueller Natur sind. Grün ist mit dem 4. Energiezentrum verbunden, dem Herzen, und entspricht oktavenmäßig der Note F.
Indigo:
Das Blau, indem es intensiver wird, wird nicht nur dunkler, auch sein Schwingungsgrad steigt bis zum Erreichen desjenigen des 6. Energiezentrums, der Hirnanhangdrüse oder Hypophyse, die auf die Note A anspricht. Die indigoblaue Farbe ist die Farbe der spirituellen Verwirklichung. Sie hilft, das innere und äußere Sehvermögen zu entdecken, indem sie die Öffnung des dritten Auges und des Unterbewusstseins nach und nach begünstigt. Sie ist die Brücke, die die Begrenztheit mit dem Unendlichen, Unbegrenzten verbindet.
Violett:
Es ist die Krone der Spektrums, die Verschmelzung von Rot/materiell und Blau/spirituell, was die Inkarnation der Spiritualität in der Materie darstellt, was eigentlich und schlussendlich das Ziel ist, das es zu erreichen gilt – der letztliche Grund, weshalb wir auf diese Erde kommen. Violett ist denn auch die spiritualisierte, vergeistigte Liebe, die der universellen Liebe nahekommt, im Gegensatz zur körperlich ausgedrückten, mit den Sinnen verbundenen Liebe, die in der Frequenz des Rot zu finden ist. Diese Liebe, diese Energie, mit dem Blau verschmolzen, veredelt diese Liebe zur universellen, reinen Liebe, der göttlichen Liebe gleich, frei von Gemütsschwankungen/-erregungen oder sinnlichen Einflüssen, doch in der Materie erlebt und verspürt. Der Strahl dieser Farbe dringt durch den Scheitelpunkt unseres Kopfes in Verbindung zur Zirbeldrüse (Epiphyse) und unserem 7. Chakra. Seine Schwingung entspricht jener der Note H.
Das Weiß, wir wiederholen es, ist die harmonische und ausgeglichene Verbindung der Farben und bedeutet Gleichgewicht, Vollkommenheit, Frieden, Harmonie, Licht und Reinheit.
Mazdaznan lehrt uns auch, dass die drei Grundfarben dem menschlichen Körper wie folgt entsprechen:
Rot dem Verdauungstrakt oder dem Materiellen, Körperhaften allgemein – der Verdauungskanal ist ja der große Verantwortliche für unsere körperliche Gesundheit und die Ernährung/Speisung ist die Energiequelle unseres Körpers. (Die materielle Seite, unsere fleischliche Hülle ist ebenfalls der Mantel der Seele, ihre Umhüllung, ihr Schutz, ihr irdisches Haus oder auch das Instrument der Verwirklichung).
Blau dem Drüsensystem oder der Spiritualität – die Schilddrüse leitet ja die Drüsen und dieses System allgemein, dessen Sekrete für die Konverte unentbehrlich sind, um die Feinheiten der Spiritualität zu erfassen.
Gelb den Lungen oder dem Intellektuellen durch den Sitz des Sonnengeflechts, dem "Hirn" unseres Nervensystems.
Dies deckt sich wiederum mit sämtlichen mythischen Lehren aller Erdteile.
Die Lungen und unser Hirn beeinflussen sich gegenseitig stark. (Die Ernährung der Hirnzellen und damit die Gehirnaktivität hängen weitgehend von der Sauerstoffzufuhr ab, die ihrerseits von der Lungentätigkeit abhängt, und die Lungentätigkeit hängt wiederum von den Gehirnimpulsen ab).
Ohne die Drüsensekrete, die "Lebenswässer", wie Mazdaznan sie nennt, gibt es keine Weiterentwicklung. Für eine Höherentwicklung, eine Veredelung, brauchen wir die feinen Stoffe aus den Drüsensekreten, verbunden mit Sauerstoff durch die Konverte. Ohne eine vertiefte Atmung und eine achtsame Drüsenpflege gibt es also keine Weiterentwicklung/Evolution. (Eine flache Atmung reicht weder zum wahrhaften Leben noch zum Sterben).
Außerdem finden wir in jedem Organ unseres Körpers diese drei Partien: materiell, spirituell, intellektuell; ihre besondere Wirksamkeit in den jeweils drei Fingergliedern, in den Füßen, der Nase, den Ohren, was langsam überall bekannt wird, aber auch der Harnblase usw.
Auszug aus einem Vortrag von Frau Stephania Sypkens-van Andel (Amsterdam).
Ergänzt und überarbeitet von Catherine M. Aebischer de la Croix-de-Rozon (Genf/Schweiz).