Liebes Immunsystem – ich mach' dich stark (Teil 3)

Schlaf' Dich gesund!

„Wer schläft, sündigt nicht!“ Wer sich dieses alte Sprichwort wohl ausgedacht hat? Die Kirchen, für die der „Begriff der Sünde“ viele Jahrhunderte lang dominiert hat, oder der gesunde Menschenverstand, der genau weiß, dass man nicht rund um die Uhr tätig sein kann, und dass bei Übermüdung häufig Fehler passieren und die Leistungsfähigkeit sinkt?

Während wir schlafen, ist das körpereigene Immunsystem alles andere als faul: Es räumt den Müll auf! Sobald unser Insulinspiegel im Blut sinkt, kann der Körper damit beginnen, defekte oder tote Zellen selbst zu zerstören und in ihre Grundbestandteile zu zerlegen. Alles, was davon nicht mehr genutzt werden kann, wird ausgeschieden. Medizinisch wird dies Autophagie genannt. Es beschreibt den wundervollen Prozess, dass der Körper die Intelligenz besitzt, sich selbst zu reparieren; eine Fähigkeit, die von Menschen gebaute Maschinen, trotz aller technischen Intelligenz, bis heute nicht besitzen.

Verbleiben der Zellmüll, abgetötete Erreger und Stoffwechselprodukte aber im Gewebe, versucht der Körper, diese durch „Sonderprogramme“ auf eigene Rechnung, durch Entzündungen, Husten, Schnupfen, Temperaturerhöhung, Hautausschläge oder sonstige Krankheitssymptome zu entsorgen. Wird er auch darin z. B. durch Medikamente behindert, sodass Entzündungen, Ausscheidungen oder eine Temperaturerhöhung unterdrückt werden, kann es im Laufe der Jahre zu schweren und chronischen Krankheiten kommen.

Auch im Gehirn findet der Prozess der Autophagie statt und die Stoffwechselprodukte, die sich im Laufe des Tages dort gebildet haben, müssen abtransportiert werden. Schlafen wir schlecht, zu kurz oder mit vollem Magen ein, wird diese „Selbstentmüllung“ behindert und der Müll muss im Gehirn selbst gelagert werden. Dadurch wird die Gehirntätigkeit nach und nach behindert und das Nervensystem gestört. Es können sich Entzündungen bilden oder Symptome von der Vergesslichkeit bis zur Demenz entstehen. Typische Alterserscheinungen eben, die aber nicht primär mit den Lebensjahren, sondern mit dem Versagen von körpereigenen Regenerationsprozessen zusammenhängen. Das „biologische Alter“ unserer Zellen und unseres Gehirns kann also auch mit vielen Lebensjahren noch prima funktionieren, wenn wir die Naturgesetze berücksichtigen.

Die oben genannten Regenerationsprozesse bedürfen eines aktiven Parasympathikus; das ist der Teil unseres autonomen Nervensystems, der die Verdauung, aber auch die Entspannung überhaupt erst ermöglicht. Haben wir Stress, grübeln oder zweifeln wir und gehen mit Sorgen zu Bett, dann bleibt jedoch der Sympathikus aktiv. Dieser Teil unseres Nervensystems sorgt für schnelle Reaktionen, gute Muskeltätigkeit, rasche Denkprozesse, aber eben nicht für Entspannung und Heilung.

Ob der Sympathikus oder der Parasympathikus aktiv ist, hängt von der körperlichen und geistigen Aktivität und vor allem von unserer Atmung ab.

7 Tipps für einen erhol- und heilsamen Schlaf

1. Schlafrichtung
Unser Nervensystem ist ein elektromagnetisches System und kann von anderen elektromagnetischen Feldern beeinflusst werden. Harmonisierend wirkt es daher, wenn wir in Richtung des Erdmagnetfeldes mit dem Kopf nach Norden schlafen.

2. Geologische Störzonen
Je nachdem, ob der Standort des Bettes von Wasseradern oder Verwerfungen durchkreuzt wird, können Schlafstörungen oder auch Krankheiten die Folge sein. Ein Baubiologe mit diesbezüglichen Kenntnissen kann diese sowie technische Felder und Strahlungsquellen aufdecken.

3. WLAN und elektrische Geräte
Auch technische Einflüsse beeinflussen das Nervensystem, insbesondere bei elektrosensiblen Personen. Daher sollten alle Strahlungsquellen und -felder nachts, soweit möglich, ausgeschaltet werden.

4. Smartphone, Computer und Fernseher
Mit der Abnahme des Lichtes am Abend verringert sich der stimulierende Einfluss auf unser Nervensystem. Es fällt uns schwerer, aktiv zu sein und intensiv nachzudenken. Die Natur geht in einen „magnetischen“, dem Parasympathikus gleichzusetzenden, eher passiven und verarbeitenden Zustand über. Das menschliche Nervensystem folgt der Natur, indem in der Zirbeldrüse das Hormon Melatonin ausgeschüttet wird, das den Schlafrhythmus steuert. Daher werden wir müde und haben das Bedürfnis zu schlafen, falls wir nicht durch Reize daran gehindert werden bzw. uns selbst aktiv daran hindern.

Ein solcher, massiver Reiz ist der Blaulichtanteil im Bildschirmlicht, der die Melatonin-Ausschüttung der Zirbeldrüse drosselt und somit das natürliche Einschlafen und auch die Tiefschlafphase stört. Durch Blaufilter kann mittlerweile bei fast allen Geräten der Blaulichtanteil herausgefiltert werden. Besser ist es jedoch, wir schalten das Smartphone, den Computer und den Fernseher mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen aus.

5. Vergangenheit ist vergangen
Ist die Arbeit am Computer beendet, sichern und schließen wir die Dateien und fahren unseren Rechner herunter. Ähnliches versucht unser Geist mit den Ereignissen des vergangenen Tages. Er möchte die Vergangenheit gedanklich abschließen, um freie Kapazitäten für die Gegenwart zu haben. Gelingt ihm das nicht, nimmt er die Probleme des Tages mit in die Nacht und versucht, diese dort weiter zu bearbeiten. Nehmen wir uns aber nur eine Sekunde Zeit für jede Begebenheit des Tages, um diese gedanklich abzuschließen, kann unser Gehirn besser abschalten und hat Zeit und Kapazität für Regeneration und Inspiration. Ähnlich wie bei einem Computer, der beim Schließen der Dateien und Herunterfahren des Rechners eine Datensicherung anlegt, neue Funktionen und Sicherheitsupdates einspielt.

Schlaf- und Gedächtnisübung:
Legen Sie sich entspannt und ruhig atmend auf den Rücken oder auf die rechte Seite. Verlängern Sie langsam die Ausatmung immer mehr. Rufen Sie sich die Erlebnisse des Tages ins Gedächtnis, rückwärts von abends bis morgens. Betrachten Sie jedes Detail für einen Bruchteil einer Sekunde, ohne darüber zu grübeln oder zu urteilen. Gehen Sie weiter bis zu dem Moment des Aufstehens am Morgen. Meist werden Sie kaum bis zum Nachmittag oder Mittag kommen, denn vorher sind Sie entspannt und unbemerkt eingeschlafen. Diese Rekapitulationsübung lässt Sie Frieden schließen mit der Vergangenheit, denn an ihr können Sie nichts mehr ändern! Sie schafft Platz für ein bewusstes Erleben der Gegenwart.

6. Rechts liegen, links atmen
Atmen wir durch das rechte Nasenloch, erzeugt der Körper Elektrismus, der Sympathikus wird aktiviert. Wir denken, grübeln und sorgen uns, können aber diese Spannung im Schlaf nicht abbauen, denn dazu müssten wir uns bewegen und aktiv sein.

Daher drehen wir uns auf die rechte Körperseite und entlasten dadurch das Herz. Die Sekrete der Nase fließen nach unten und machen das linke Nasenloch frei. Der Atemstrom kühlt die linke Gehirnhälfte, wir werden ruhig und entspannt. Die Gedanken kommen zur Ruhe, der Parasympathikus wird aktiv und wir gleiten unbemerkt in den Schlaf.

Wachen wir nachts auf, so prüfen wir unsere Schlafposition und durch welches Nasenloch wir atmen. Wenn wir rechts atmen, können wir nicht einschlafen, weil uns zu viele Gedanken durch den Kopf gehen. Daher drehen wir uns wieder auf die rechte Seite und können zur Unterstützung sogar das rechte Nasenloch leicht zuhalten, bis wir eingeschlafen sind.

7. „Den Seinen gibt‘s der Herr im Schlaf“
So können Sie Ihre Inspirations- und Intuitionsfähigkeit verbessern und entwickeln: Versuchen Sie immer wieder, mit gleichmäßigen Atemzügen einzuschlafen. Atmen Sie viermal hintereinander in je 4 Sekunden ein und aus, dann fünfmal ein und aus bis 5, sechsmal ein und aus bis 6, siebenmal ein und aus bis 7, dann einmal ein und 108 Sekunden lang aus, wieder ein und ein zweites Mal aus bis 108 und, wenn Sie inzwischen noch nicht eingeschlafen sind, wieder ein und noch ein drittes Mal aus bis 108. Aber zwingen Sie sich nicht, damit keine Spannung aufkommt! Fahren Sie so fort, Tag für Tag, Woche für Woche, bis es Ihnen selbstverständlich ist, vor dem Einschlafen dreimal jeweils 108 Sekunden lang auszuatmen.

Der Schlaf mit tiefen Atemzügen macht uns nicht nur gesund, stark, kräftig und ausdauernd, sondern entwickelt gleichzeitig auch unseren Gedankenlauf und klärt alles Verborgene, Geheimnisvolle und Unklare auf, indem die Gehirnintelligenzen die Ausarbeitung aller uns gerade interessierender Fragen und Lebensrätsel übernehmen. Da, wo die Schule endet und unser Universitätsstudium unseren Wissensdrang nicht mehr befriedigt, fängt die abstrakte oder subjektive Seite unseres Gesinns in der Zirbel an, uns zu belehren. Dann wachen wir morgens auf mit einem Gedanken oder einer in uns entstandenen Idee, die uns der Lösung unserer Probleme näher bringt.

Diese und weitere Übungen finden Sie in der Mazdaznan-Atem- und Gesundheitskunde.
Von Jens Trautwein.
Foto: © Graphicroyalty - stock.adobe.com


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